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Musikfestival Bern (2.–6.9.)Ein Pendler zwischen den Kulturen

Hiroshima, Kobe, Fukushima: Die Katastrophen in seiner Heimat Japan haben im Werk Toshio Hosokawas Spuren hinterlassen. Wie der Komponist die Dämonen unserer Zeit in Musik bannt, ist am Eröffnungskonzert des Musikfestivals in der Reitschule zu hören.

Er verwandelt Erschütterungen unserer Zeit in musikalische Seelenbeben: Komponist Toshio Hosokawa
Er verwandelt Erschütterungen unserer Zeit in musikalische Seelenbeben: Komponist Toshio Hosokawa
Foto: Kaz Ishikawa

Das ist nichts für Angsthasen und Abergläubische: Ein schwarzer Rabe wird am Eröffnungsabend des diesjährigen Musikfestivals durchs Programm flattern. Der schwarze Vogel stammt aus Edgar Allan Poes Gedicht «The Raven». Mit dem Stück landete der amerikanische Autor 1845 einen Welterfolg. Das schauerliche Epos in 108 Versen erzählt von einem Mann, dessen Geliebte gestorben ist. Eines Nachts stattet ihm der Rabe einen Besuch ab. Die mysteriöse Begegnung wird zum Albtraum, in der innere und äussere Welten auseinanderbrechen. Poes schauerliches Gedicht ging dem Japaner Toshio Hosokawa nicht mehr aus dem Sinn. Das Seelenbeben hat ihn derart berührt, dass er Poes Worte in fluide Klänge gegossen hat. Die Mezzosopranistin Christina Daletska bringt sie zusammen mit der Basel Sinfonietta zum Flirren.

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