Zum Hauptinhalt springen

Interview mit Epidemiologe«Die meisten Kantone sind in der schlimmsten Situation»

Die Deutschschweiz habe die zweite Corona-Welle nie unter Kontrolle gebracht, sagt Antoine Flahault. Ihr drohe ein Auf und Ab wie in den USA.

Shopping in Zürich: Die Schweizer müssten sich noch deutlich vorsichtiger verhalten, fordert der Genfer Epidemiologe Antoine Flahault.
Shopping in Zürich: Die Schweizer müssten sich noch deutlich vorsichtiger verhalten, fordert der Genfer Epidemiologe Antoine Flahault.
Foto: Urs Jaudas

Die Infektionszahlen steigen in elf Kantonen. Stehen wir bereits am Anfang der dritten Welle?

Für eine dritte Welle müsste zuerst die zweite zu Ende gehen. Die Deutschschweizer Kantone und das Tessin haben die zweite Welle aber noch gar nicht unter Kontrolle gebracht. Nur die Kantone in der Romandie nähern sich langsam der Sicherheitslinie.

Wie schätzen Sie die aktuelle Lage ein?

Die Situation ist nicht so gut, wie wir sie uns erhoffen konnten. Noch im November war die Schweiz daran, die Infektionskurve zu brechen und die Kontrolle wieder zu erlangen. Aber dann hat die Abwärtsbewegung gestoppt, und besonders in der Deutschschweiz ist die Lage wieder besorgniserregend. Basel-Stadt zum Beispiel verharrt seit einem Monat auf einem hohen Niveau. Auch Zürich schafft es nicht, die Reproduktionszahl R unter 1 zu senken, was für einen markanten Rückgang der Fallzahlen nötig wäre.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.