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Label von Züri WestDie letzte Trutzburg des Analogen

Die CD ist ein Auslaufmodell. Musik wird heute grossmehrheitlich gestreamt. Besuch bei Sound Service, dem Berner Label, das sich diesem Trend hartnäckig widersetzt hat. Und nun ins Grübeln gerät.

«Ja, das Hörverhalten hat sich verändert»: Sylvie und Rolf Widmer am neuen Sitz ihres Labels Sound Service.
«Ja, das Hörverhalten hat sich verändert»: Sylvie und Rolf Widmer am neuen Sitz ihres Labels Sound Service.
Foto: Franziska Rothenbühler

Es war eine unscheinbare und doch irgendwie historische Mitteilung, die am Freitag, dem 17. April, kurz nach 15 Uhr in die Redaktionen der Schweiz flatterte. «Liebe alle», hiess es da, «wir erweitern die digitale Verfügbarkeit unseres Repertoires. Neu ist unser Katalog auch bei Spotify zu hören.» Der Absender dieser schmucklosen Textbotschaft war Sound Service, die Plattenfirma, die schon so einige markante Kapitel der Schweizer Musikgeschichte geschrieben hat. Sound Service ist immerhin die Label-Heimat von Züri West, Polo Hofer und Stiller Has und hat die wichtigsten Platten von Gölä, Sens Unik, Baze, Greis oder Linard Bardill auf den Markt gebracht. Und bis zum 17. April dieses Jahres war Sound Service so etwas wie die letzte Trutzburg des physischen Tonträgerhandels in diesem Land. In der Szene wurde getuschelt, die Firma verweigere sich in fast schon bockiger Manier dem Streaming, der Hörmethode also, auf die sich seit längerem die Mehrheit der Musikkonsumenten hat einigen können.

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