Die Lastwagenfalle vom Brüttiseller Kreuz

Am Brüttiseller Kreuz herrscht aufgrund einer Sanierung Ausnahmezustand. Ein Mann in Gelb muss jetzt für Ordnung sorgen – rund um die Uhr.

Die enge Passage erfordert Konzentration, der Mann in Gelb schaut. (Bild: Leserreporter)

Die enge Passage erfordert Konzentration, der Mann in Gelb schaut. (Bild: Leserreporter)

Martin Sturzenegger@Marsjournal

Wer ab und zu Radio hört, dem sind die Worte vertraut. Wer sich gerade auf der Autobahnstrecke zwischen Uster und Zürich befindet, dem sind sie ein Ärgernis: «Stau» oder «Stockender Verkehr am Brüttiseller Kreuz». Die Meldung läuft dieser Tage vermutlich häufiger über den Äther als «079» von Lo & Leduc, der aktuelle Sommerhit.

Grund für das verstockte Verkehrsaufkommen ist eine Strassensanierung, die seit Mitte Mai läuft und noch bis Anfang Oktober dauern wird. Das Brüttiseller Kreuz: diese neuralgische Autobahnkreuzung, an der die Oberlandautobahn A53 und die A1 zusammentreffen. Es handelt sich um einen der wichtigsten Knotenpunkte der Schweiz. Rund 130'000 Fahrzeuge passieren täglich das berüchtigte Kreuz.

Unaufmerksame Lastwagenfahrer

Die Instandsetzung der Strasse macht den Pendlern das Leben schwer. «Ich stehe nun fast täglich im Stau», sagt eine Frau, die täglich über das Brüttiseller Kreuz nach Zürich zur Arbeit fährt. Besonders prekär ist die Situation auf der Einfahrtsrampe, die in Richtung Zürich führt. Seit dem 23. Mai gilt dort eine Breitenbeschränkung von zwei Metern. Das hat zur Folge, dass die Rampe für grosse Fahrzeuge wie Busse und Lastwagen gesperrt ist.

Eine Signalisation soll die Lastwagenfahrer in eine Umfahrung weisen, die über Effretikon führt. Sofern diese denn gesehen wird. «In den letzten Wochen kam es auf der Rampe zu einigen Vorfällen, bei denen Lastwagen trotz Fahrverbot auf die Rampe fuhren», sagt Silvan von Wartburg, Sprecher beim Bundesamt für Strassen (Astra).

Die Folgen sind verheerend: Die Lastwagen bleiben stecken oder geraten in den Baustellenbereich. «Die Sicherheit des Baustellenpersonals wurde beeinträchtigt und die Rampe für den Verkehr vollständig blockiert», sagt von Wartburg. Die Fahrzeuge mussten jeweils rückwärts hinausmanövriert werden. Ein zeitintensives Unterfangen, speziell dann, wenn der darauffolgende Verkehr schon aufgerückt ist.

Im Einsatz, rund um die Uhr

In der Folge entschieden das Astra und die Kantonspolizei, an der Rampe einen Verkehrsdienst einzusetzen. Dieser ist zwischen Montagfrüh und Samstagnacht ununterbrochen im Einsatz. Seine Aufgabe ist es, breite Fahrzeuge, welche die Signalisation verpasst haben, auf die Umleiteroute zu lenken. Dazu muss dann jeweils eine Lücke geöffnet werden, die sich etwas oberhalb der Abzweigung befindet. Als weitere Massnahmen wurden eine Markierung mit der maximalen Fahrzeugbreite und ein Blinklicht, das auf die Umleiteroute aufmerksam macht, angebracht.

Seither habe sich die Lage etwas verbessert. Die verengte Fahrspur ist jedoch auch für einzelne Autofahrer kein einfaches Unterfangen. Erst gerade letzte Woche prallte ein Personenwagen in die Leitplanke. Der Fahrer blieb glücklicherweise unverletzt. Am Radio ertönte derweil die bekannte Meldung: «Stau» oder «Stockender Verkehr am Brüttiseller Kreuz.»

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