Zum Hauptinhalt springen

Faszinierende TulpenDie Grazie mit dem riesigen Erbgut

Die Frühlingsbotin stammt aus dem Nahen Osten, war einst in Holland unvorstellbar teuer, wird von Viren befallen, die sie noch hübscher machen, und ist noch heute geheimnisvoll.

Gezüchtete Tulpen gibt es in allen Farben. Sie entstehen nicht nur durch pflanzliche Pigmente, sondern auch durch die Form der Zellen.
Gezüchtete Tulpen gibt es in allen Farben. Sie entstehen nicht nur durch pflanzliche Pigmente, sondern auch durch die Form der Zellen.
Foto: Getty Images

Es ist die Wärme, die den Tulpen das Signal gibt, aus dem Boden zu spriessen und zügig die edlen Blüten in die Sonne zu streckenso wie es sich für Frühlingsboten gehört. «Sobald Temperaturen ab 20 Grad erreicht sind, strecken sich die Tulpen wie verrückt», sagt Richard Immink von der Universität Wageningen in den Niederlanden. Dabei scheint hingegen die Tageslänge für das schnelle Gedeihen irrelevant zu seinanders als bei anderen Pflanzen. Das haben Versuche von Immink und seinem Team gezeigt.

Die Wärme reicht also aus zum Wachsen, und das ist sogar bei Schnittblumen zu beobachten: Im angenehm temperierten Wohnzimmer recken sich Tulpen vorwitzig aus der Vase heraus. Um mehrere Zentimeter können sich ihre Stängel streckenund das nur, indem sie Wasser aufnehmen. Das Besondere: Die Pflanzenzellen sind von einer stabilen, aber elastischen Zellwand umgeben und im Inneren mit Wasser gefüllt. Nimmt die Tulpe weiteres Wasser auf, dehnen sich die Zellen. Dabei entsteht ein Druck, der weit grösser sein kann als der Luftdruck in einem Rennveloreifen. Andere Schnittblumen wie etwa Rosen behalten ihre ursprüngliche Länge, da ihre Stängel verholzt sind.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.