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Nachruf auf Schauspiel-StarDie exzentrische Arroganz von Christopher Plummer

Der Kanadier war ein begnadeter Shakespeare-Darsteller, eine intrigante Leiche und der älteste Oscar-Gewinner der Welt.

Christopher Plummer (1929–2021) an der Premiere von «All the Money in the World» (2017), wo er kurzfristig für Kevin Spacey eingesprungen war.
Christopher Plummer (1929–2021) an der Premiere von «All the Money in the World» (2017), wo er kurzfristig für Kevin Spacey eingesprungen war.
Foto: Jordan Strauss (AP/Keystone)

In seiner letzten grossen Kinorolle ist Christopher Plummer eigentlich schon tot. Im herrlich-vertrackten Krimi «Knives Out» spielte er vor zwei Jahren die Leiche, deretwegen Daniel Craig als Meisterdetektiv in ein Herrschaftshaus gerufen wird. Dabei scheint sich der Tote noch aus dem Jenseits – und in wenigen Rückblenden – zu amüsieren, wie sich seine Familienmitglieder seinetwegen zerfleischen.

Typisch Christopher Plummer. Der 1929 im kanadischen Toronto geborene und zweisprachig in Montreal aufgewachsene Schauspieler war fast sieben Jahrzehnte lang im Geschäft. Er galt als begnadeter Shakespeare-Darsteller, stand auf der gleichen Stufe wie Laurence Olivier und John Gielgud. Er spielte in zahlreichen Hollywood-Studioproduktionen, in denen er meist besser war als die Filme selber. Zuletzt genügten ihm wenige Szenen, um einen Film zu prägen.

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