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Lexikon der GegenwartDie Donut-Ökonomie

Wie lässt sich das Wohlergehen der Menschen sichern, ohne die natürlichen Ressourcen zu zerstören? Wir sollten auf die britische Ökonomin Kate Raworth hören.

Eigentlich mag ich keine Donuts, sie sind mir zu fettig, zu süss, zu rosa. Doch seit kurzem hat das Gebäck für mich noch eine ganz andere Konnotation.

Ich habe nämlich erfahren, dass die britische Ökonomin Kate Raworth eine mögliche Alternative zu unserem ausbeuterischen Wirtschaftssystem «Donut-Ökonomie» nennt. Die Idee ist simpel. Statt darauf zu beharren, dass mehr = besser ist, sagt Raworth: Wenn wir als Spezies überleben wollen, brauchen wir eine «Wirtschaft, die unser Wohlergehen fördert, unabhängig davon, ob sie wächst oder nicht.» Und ein Weg dahin wäre, sich eine ideale Wirtschaft eben nicht als BIP vorzustellen, das immer grösser wird, sondern als Donut. Das klingt vielleicht etwas unkonventionell, aber um ihre Vision zu erklären, braucht die Ökonomin das Bild von zwei Ringen (die so angeordnet sind, dass sie aussehen wie ein Donut von oben). Der innere Ring steht für das Minimum an Grundrechten, das nicht unterschritten werden darf: Zugang zu Nahrung, Teilhabe an politischen Entscheidungen, sozialer Friede. Und der äussere Ring steht für die Grenzen der Natur, die nicht überschritten werden dürfen, da es sonst zu Biodiversitätsverlust und Bodenerosion kommt. Ideal wäre nun ein Zustand im «Teigbereich», also dort, wo das Wohlergehen der Menschen gesichert ist, aber im Rahmen der Ressourcen.

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