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Serie «Alltag im Ausnahmezustand»Der Überlebenskünstler

Sergio Ferrari verzichtet wegen des Coronavirus darauf, seine Wohnung zu verlassen. Was Isolation bedeutet, weiss der ehemalige politische Gefangene.

Simone Olivia Klemenz
Der 66-jährige Sergio Ferrari sass während der argentinischen Militärdiktatur drei Jahre im Gefängnis. Foto: Adrian Moser

«Würde ich die ganze Corona-Situation anders erleben ohne meine Geschichte? Eine gute Frage. Während der argentinischen Militärdiktatur war ich drei Jahre als politischer Häftling im Gefängnis von Coronda eingesperrt. Ich denke, diese Zeit hilft mir, Dinge zu relativieren. Seither beschreibe ich mich als Überlebenskünstler, als jemand, der nie aufgegeben hat. Die ganze Zeitspanne, die ich seit meiner Freilassung vor 40 Jahren erleben durfte, sehe ich als eine Art Bonus an. Was während der Diktatur in Argentinien geschehen ist, war von einer unbegrenzten Brutalität.

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