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Zum Tod von Tony Allen Der sitzende Revoluzzer

Brian Eno bezeichnete ihn als den einflussreichsten Schlagzeuger der Musikgeschichte, Damon Albarn sagt, er habe mit ihm das Tanzen erlernt. Der Afrobeat-Miterfinder Tony Allen ist in Paris gestorben.

Sein Spiel war nicht auf Showeffekte bedacht. Die Bewegungen entsprachen dem Groove, den er kreierte:Tony Allen 2015 am Les Vieilles Charrues Festival im französischen Carhaix.
Sein Spiel war nicht auf Showeffekte bedacht. Die Bewegungen entsprachen dem Groove, den er kreierte:Tony Allen 2015 am Les Vieilles Charrues Festival im französischen Carhaix.
Foto: EPA/ Hugo Marie

Rein rechnerisch ist es fast unwahrscheinlich, einen Groove zu erfinden, der nicht schon einmal da gewesen war. Die Möglichkeiten und Varianten, die Zeit zu takten, sind beschränkt. Einer, der es dennoch geschafft hat, einen ureigenen Beat in die Welt zu setzen, hat diese Welt am Donnerstag verlassen. Er hiess Tony Allen, und hat erst den afrikanischen Kontinent, später das ganze Universum zum Tanzen gebracht. Wer hats erfunden? Diese Frage wird nicht nur in der Schweiz immer wieder gerne gestellt, auch in Nigeria kennt man diese Form des Verhörs. Doch geht es in Afrika nicht um die Urheberschaft irgendeines Zuckerwerks. Die Frage ist, wer den Afrobeat erfunden hat, diese groovende Kostbarkeit aus dem Afrika der Siebzigerjahre, die bis heute nichts von ihrer Fulminanz eingebüsst hat. Die Kandidaten: Fela Anikulapo Kuti, nigerianische Musik-Ikone, Freiheitskämpfer und Urheber circa 75 stilbildender Tonwerke. Und Tony Oladipo Allen, der Schlagzeuger und musikalische Direktor von Fela Kuti, der sich 1979 aus Unzufriedenheit mit der finanziellen Beteiligung aus dessen Band verabschiedet hat und danach die erweiterte Popwelt mit seinen Afrobeats versorgte.

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