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Glosse zum Niesen und AbstandhaltenDer praktische Corona-Ratgeber (Teil 1)

Quälende Frage aus dem Corona-Alltag: Wie spaziert man auf einem 1,45 m breiten Trottoir mindestens 2,00 m neben seiner Angebeteten?

Leider falsch: Wer niesen muss, sollte dies derzeit in die Armbeuge und nicht in die Hände tun.
Leider falsch: Wer niesen muss, sollte dies derzeit in die Armbeuge und nicht in die Hände tun.
Keystone

Die Ask-Force ist entschlossen, ihren hohen Nutzwert zu beweisen, und nimmt sich heute dreier drängender Corona-Alltagsfragen an.

1

Karin A. aus Bern fragt etwa: «Darf ich statt in die Armbeuge auch in die Kniekehle niesen?» Sie habe nämlich neulich in der virtuellen Yoga-Stunde in der Position Herabschauender Hund ein Kribbeln in der Nase verspürt, «und das Knie war in dieser Position eindeutig näher als der Ellbogen». Gute und vor allem wichtige Frage! Gerne versichern wir Ihnen: Solange Sie in Ihre eigene Kniekehle husten oder niesen, ist das ganz in Ordnung. Sollte es Ihnen – vielleicht in der Position Sirsa Padasana – gelingen, zwischen zwei Zehen zu niesen, bitten wir unbedingt um eine kurze Rückmeldung!

2

Verwandt ist die Frage von Jennifer F. aus M.: «Muss man immer in die eigene Armbeuge husten? Oder darf ich auch die Armbeuge meines Kindes benützen?» Kinder seien ja sowieso nicht gefährdet. Wenn sie den Kinderwagen stosse, habe sie nämlich nie einen Arm frei. Unsere Antwort: Sie haben nur dann keinen Arm frei, wenn sie zu jenen gehören, die permanent ein Smartphone zwischen sich und ihr Kleinkind halten. Das liegt aber nicht an Sars-Viren: Es handelt sich hier um eine ganz andere Seuche.

3

Jetzt zur Sorge von M.L.! Die Covid-19-Verordnung des Bundesrats verlangt ja auch von Verheirateten, draussen nicht Händchen zu halten. Zwei Meter Abstand gilt auch für sie. M.L. findet das ebenso «bedenklich» wie «unmöglich». Vor seinem Haus sei das Trottoir nur 1,45 m breit: «Wie kann ich da zwei Meter neben der Frau spazieren, mit der ich seit 20 Jahren das Leben, das Bett und sämtliche Viren teile?» Bei zwei Meter Abstand müsse er auf die Fahrbahn ausweichen. Damit mache er sich strafbar wegen Gefährdung des Auto- und Veloverkehrs. Das Urteil der Ask-Force: Das Gute an dieser Konstellation ist doch die schöne Wahlfreiheit, die der Bundesrat lässt. Entweder Busse wegen Händchenhaltens. Oder Busse wegen Behinderung des Verkehrs. Vor allem gilt aber, das Signal richtig zu deuten! Das ist nicht Abzockerei, lieber M.L., das ist bloss ein Zeichen dafür, dass sich gegenwärtig selbst der Staat nach Zuwendung sehnt, selbst wenn es nur um Ihre finanzielle Zuwendung geht.