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Analyse zur Verhaftung NawalnysDie Spielregeln für Kremlkritiker haben sich drastisch verändert

Immer wieder ist Präsident Putins prominentester Kritiker die letzten Jahre verhaftet und bald wieder freigelassen worden. Doch diesmal droht Alexei Nawalny eine harte Strafe.

Er habe keine Angst: Alexei Nawalny gibt nach seiner Ankunft am Flughafen in Moskau eine Erklärung ab. Kurz danach wird er verhaftet.
Er habe keine Angst: Alexei Nawalny gibt nach seiner Ankunft am Flughafen in Moskau eine Erklärung ab. Kurz danach wird er verhaftet.
Foto: Kirill Kudryavtsev (AFP)

Vielleicht weiss Alexei Nawalny selber nicht mehr, wie oft er schon verhaftet wurde. Die letzten Jahre wurde er bei Demonstrationen immer wieder in Polizeibusse gezerrtund kam zwei Wochen später mit einem schelmischen Grinsen im Gesicht wieder durch die Ausgangstür des Gefängnisses. Zwei Wochen sind die Standardstrafe für Hooliganismus in Russland.

Doch inzwischen scheint der Kreml Nawalny nicht länger als Hooligan abzutun, sondern als ernste Gefahr zu betrachten. Das hat bereits die Vergiftung mit Nowitschok klargemacht: An ein waffenfähiges Nervengift dürften nur Vertreter der obersten Führungsriege aus Politik, Militär oder Geheimdienst herankommen. Nach seiner Genesung ist Nawalny am Sonntag aus Berlin nach Moskau zurückgekehrt. Am Flughafen hat die Polizei bereits auf ihn gewartet und ihn festgenommen.

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