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SteuerattraktivitätDer Kanton Bern verliert weiter an Terrain

Bei den juristischen Personen liegt der Kanton Bern nun sogar auf dem letzten Platz. Das besagt die jährliche Studie des Handels- und Industrievereins des Kantons Bern.

Dass der Kanton Bern im internationalen Vergleich gut dasteht, helfe kaum. Das besagt die jüngste Studie Handels- und Industrieverein des Kantons Bern.
Dass der Kanton Bern im internationalen Vergleich gut dasteht, helfe kaum. Das besagt die jüngste Studie Handels- und Industrieverein des Kantons Bern.
Foto: Keystone

Gemeinsam mit dem Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG publiziert der Handels- und Industrieverein des Kantons Bern (HIV) jährlich den «Berner Steuermonitor». Fazit des jüngsten Berichts: Der Kanton Bern weist sowohl bei der Besteuerung von juristischen als auch von natürlichen Personen einen Standortnachteil auf. Dieser hat sich im letzten Jahr weiter verschärft.

Bei der Besteuerung der juristischen Personen (Unternehmenssteuern) fasst der Kanton Bern im interkantonalen Vergleich sogar die rote Laterne. Dies sei vor allem darauf zurückzuführen, dass die Mehrheit aller Kantone sich im Rahmen der Umsetzung der STAF-Vorlage besser positioniert und auch spürbare Steuersenkungen realisiert haben. Die Steuergesetzrevision 2021 im Kanton Bern hingegen sei deutlich magerer ausgefallen, und dementsprechend falle man auf den letzten Platz zurück.

Dass der Kanton Bern (wie alle Schweizer Kantone) im internationalen Vergleich recht gut dasteht, helfe kaum, da der Standortwettbewerb vor allem auch im Inland stattfindet. Um keine Unternehmen zu verlieren, sei eine weitergehende Senkung der Gewinnsteuerbelastung unbedingt notwendig.

Der Regierungsrat setze zwar mit dem Festhalten an der Steueranlage-Senkung (entspricht einer Reduktion von ca. 5 Prozent) im Budget 2021 ein kleines Zeichen, tue jedoch gut daran, seine Wirtschafts- und Steuerstrategie zu erneuern. Corona verursache zwar kurzfristig einen Einbruch der Steuereinnahmen, jedoch sei eine Erholung ebenso absehbar wie eine Fortsetzung des Steuerwettbewerbs.

Handlungsbedarf auch bei natürlichen Personen

Auch bei der Besteuerung der natürlichen Personen besteht laut Bericht weiterhin Handlungsbedarf. In Bern würden die Steuerpflichtigen aller Kategorien – mit Ausnahme der Familien mit Bruttoeinkommen bis 40‘000 Franken – seit Jahren übermässig hoch besteuert. Und auch hier habe sich die Situation durch die Streichung der Berufskostenpauschale, die Begrenzung des Pendlerabzugs sowie die Erhöhung der Eigenmietwerte und der amtlichen Werte nochmals verschärft.

Diese Ausgangslage führe auch dazu, dass die bernischen Unternehmen vermehrt Schwierigkeiten hätten bei der Rekrutierung von Kadermitarbeitenden . Die Folgen seien Wirtschaftsschwäche, weniger Steuersubstrat und ein negativer Pendlersaldo.

6 Kommentare
    Falegname

    Übermässig viele Leute zahlen Null im Kanton Bern. In anderen Kantonen ist diese Zahl bedeutend kleiner.