«Der heisse Kerl in Reihe 13 darf gerne bleiben»

Hintergrund

Die südafrikanische Fluggesellschaft Kulula beweist ziemlich viel Humor – manchmal sogar ziemlich schwarzen.

Auch bei der Beschriftung Humor bewiesen: Kulula-Airline.

Auch bei der Beschriftung Humor bewiesen: Kulula-Airline.

(Bild: Kulula)

«Sehr geehrte Damen und Herren, willkommen in Kapstadt. Sie alle können den Flieger gleich verlassen – bis auf den heissen Kerl in Reihe 13, der darf gerne bleiben.» Die Passagiere des Jets der südafrikanischen Billigairline Kulula drehten sich wohl alle ziemlich neugierig nach dem Adonis um, als der Flugbegleiter diese Durchsage machte – nur um zu merken, dass es gar keine Reihe 13 gibt.

Kultstatus erreicht

Für ihren Humor ist Kulula mittlerweile bekannt. «Wir ermutigen unsere Flugbegleiter, originell und lustig zu sein», so Kulula-Marketingchefin Heidi Brauer gemäss dem südafrikanischen Wirtschaftsblatt «Business Report». «Wir stellen aber immer noch Flugbegleiter ein und keine Komiker.» Doch die Kabinencrew scheint Spass dabei zu haben: So drohen Passagieren, die den Sicherheitsanweisungen nicht aufmerksam zuhören, gelegentlich Abfragerunden. Eher in die Kategorie tiefschwarzer Humor gehört folgende Aussage: «Wenn Sie zwei Kinder haben, dann überlegen Sie, welches Sie lieber haben und helfen Sie diesem zuerst.» Das dürfte nicht bei allen Passagieren gut ankommen.

Seit dem ersten Tag sei der Humor eines der wichtigsten Attribute der Airline gewesen, so Brauer. Nicht nur bei der Crew, auch in den Kampagnen. So reagierte die Airline während der WM 2010 ziemlich schlagfertig auf das Verbot der Fifa, den Begriff «World Cup» zu benutzen. Prompt bot sie Freiflüge für jeden an, der den Namen Sepp Blatter trägt. Da sich niemand meldete – auch nicht der Fifa-Präsident selbst – erhielt den Flug schliesslich «Sepp Blatter the Dog», ein Boston Terrier, der sich daraufhin zum Internetstar mit eigenem Twitter-Account mauserte.

Zweitgrösste Airline am Markt

2001 hob der erste Kulula-Flieger ab. Damals war die Tochter der südafrikanischen Comair die erste Billigfluggesellschaft Südafrikas. Inzwischen ist sie in dem Land die Nummer zwei mit einem Inlandsmarktanteil von 20 Prozent. 2,4 Millionen Passagiere transportieren die zwölf Boeing B737 im Jahr – ausschliesslich an Ziele in der Region.

Doch die Konkurrenz wächst. Mit steigenden Passagierzahlen werden in Afrika auch immer mehr Fluggesellschaften gegründet, die den Preisdruck steigern. «Da wir nie garantieren können, die billigsten zu sein, müssen wir daher durch etwas anderes hervorstechen», erklärt Brauer. Und dabei bleibt Kulula konsequent. Auch was das Design der Flieger betrifft. Die Jets der Fluglinie sind zum Teil ziemlich originell gestaltet.

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