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Der grösste Polizeieinsatz in der Geschichte Brasiliens

26'000 Soldaten und Polizisten werden am Sonntag in Rio de Janeiro im Einsatz stehen. Das WM-Finale wird zur grössten Sicherheitsoperation, die Brasilien je gesehen hat.

Unter Beobachtung: Ein kleiner Fussballfan inmitten von Polizisten im brasilianischen Natal. (17. Juni 2014)
Unter Beobachtung: Ein kleiner Fussballfan inmitten von Polizisten im brasilianischen Natal. (17. Juni 2014)
Reuters

Das Sicherheitsaufgebot für das Endspiel der Fussball-Weltmeisterschaft in Rio de Janeiro ist für Brasilien wohl einmalig: Am Sonntagabend werden 26'000 Einsatzkräfte das Maracanã-Stadion und die restliche Millionenmetropole absichern, wie die Behörden mitteilten. «Seit heute läuft die grösste Sicherheitsoperation, die die Stadt, die das Land je gesehen hat», sagte der für die öffentliche Sicherheit in Rio zuständige Spitzenbeamte Mariano Beltrame am Freitag auf einer Pressekonferenz.

Zum Einsatz kommen demnach 15'000 Militärpolizisten, 9300 Soldaten, 800 Elitepolizisten und 1600 private Sicherheitsleute des Fussballweltverbands Fifa. Letztere sollen Beltrame zufolge vor allem im Stadioninnern postiert werden. Das Sicherheitsaufgebot übertreffe damit sogar jenes zum Papstbesuch beim Weltjugendtag im Juli vergangenen Jahres.

Kein Alkohol in der Nähe des Stadions

Am Sonntag erwartet Beltrame rund 100'000 argentinische und deutsche Fans zum Finale ihrer beiden Nationalmannschaften. Als Zuschauer im Maracanã-Stadion haben sich neben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundespräsident Joachim Gauck auch die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff und der russische Staatschef Wladimir Putin angekündigt.

Die Sicherheitskräfte werden neben dem Stadion selbst auch die bei Touristen beliebte Copacabana, das Viertel Lapa im Stadtzentrum und die Zone rings um den Präsidentenpalast bewachen, wo sich die angereisten Staats- und Regierungschef mit Rousseff treffen. Um Ausschreitungen zu verhindern, dürfen die Bars in Nähe des Stadions zwei Stunden vor dem Anpfiff keinen Alkohol mehr verkaufen. In der Arena selbst beginnt der Verkauf alkoholischer Getränke auf Geheiss der Fifa zudem erst verspätet.

WM-Besucher aus Ghana fordern Asyl

Wegen angeblicher religiöser Konflikte in ihrem westafrikanischen Heimatland fordern zudem etwa 200 Besucher der Fussballweltmeisterschaft aus Ghana politisches Asyl in Brasilien. Die Regierung in Accra reagierte darauf am Freitag empört und gab an, «die Grundlage für das angebliche Ersuchen um Asyl» sei «vollständig unwahr». Jeder wisse, «dass es in Ghana derzeit keinen bekannten religiösen Konflikt gibt», sagte Vizeinformationsminister Felix Kwakye Ofosu im unabhängigen Radiosender Citi FM.

Die Gruppe gibt Medienberichten zufolge an, sie werde bei einer Rückkehr nach Ghana wegen religiöser Streitigkeiten zwischen Christen und Muslimen Gefahren ausgesetzt sein. Demnach fand sie in einer katholischen Kirche in der südlichen Stadt Caxias do Sul Zuflucht. Aus welcher Region Ghanas die Menschen stammen und welcher Religion sie angehören, war unklar. Aus Behördenkreisen hiess es, einige von ihnen, möglicherweise sogar alle, seien als Teil einer Regierungsdelegation nach Brasilien gereist.

Ofosu sagte, die Diplomaten seines Landes in Brasilien seien angewiesen worden, mit den örtlichen Behörden zusammenzuarbeiten, um die Situation zu klären. Nach seiner Ansicht wäre es allerdings «überraschend und unglücklich», sollten die Asylersuchen erfolgreich verlaufen.

Ghana hatte während der WM bereits mehrfach für Schlagzeilen gesorgt. Unter anderem drohte die Mannschaft vor dem letzten Spiel der Gruppenphase gegen Portugal mit dem Ausstand, sollten nicht zuvor Prämien ausbezahlt werden. Das Geld wurde daraufhin per Flugzeug aus Accra angeliefert.

(sda/AFP)

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