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Interview mit Infektiologen «Der Bundesrat hat aus der ersten und der zweiten Welle gelernt»

«Ein Abend ohne Masken und – wenn noch Musik läuft – mit lauten Gesprächen kann schnell damit enden, dass zwei Drittel oder sogar alle angesteckt sind. Dazu braucht es nur einen Infizierten im Raum», sagt Infektiologe Andreas Cerny.

Der Bundesrat hat die meisten vorgeschlagenen Öffnungsschritte vertagt. Sind Sie erleichtert?

Es ist gut, dass der Bundesrat nicht nachgegeben hat und nur die privaten Treffen lockert. Aus epidemiologischer Sicht ergeben Öffnungsschritte zurzeit keinen Sinn. Wir haben zwar die Impf- und Teststrategie, doch sie greift noch nicht. Dafür braucht es noch einige Wochen Geduld. Gleichzeitig läuft die Epidemie in der Epidemie durch die britische Virusvariante. Die Fallzahlen wachsen exponentiell, und auch in den umliegenden Ländern machen alle zu.

Von allen Seiten werden grössere Öffnungsschritte gewünscht. Aus epidemiologischer Sicht demnach keine gute Idee.

Nein. Wir haben Anfang Monat bereits die Geschäfte geöffnet. Und nun erhöht der Bundesrat die Zahl der Personen, die sich im privaten Rahmen treffen dürfen, von fünf auf zehn. Mehr liegt eigentlich nicht drin. Immerhin hat der neue Lockerungsschritt überschaubare Risiken – vorausgesetzt, er wird gut umgesetzt.

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