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Tragik eines TausendsassasDer «Bäcker-Köbi» war ein Universalgenie

Ein Wagemutiger mit vielen Talenten: Eine hervorragende Biografie würdigt den Berner Archäologen, Museumsdirektor, Erfinder und Schriftsteller Jakob Wiedmer-Stern.

Ausgrabung im keltischen Friedhof von Münsingen, 9. Juni 1906. Rechts im Vordergrund mit weissem Strohhut und einer Blume im Knopfloch: Jakob Wiedmer-Stern.
Ausgrabung im keltischen Friedhof von Münsingen, 9. Juni 1906. Rechts im Vordergrund mit weissem Strohhut und einer Blume im Knopfloch: Jakob Wiedmer-Stern.
Foto: Chronos-Verlag, Zürich 2020

Als die Schriftstellerin Maria Waser ihren zwei Jahre älteren Spielkameraden aus Kindertagen im Jahr 1924 in Bern besucht, empfängt dieser sie mit den launigen Worten: «Ja, da findest du jetzt halt eine aufgewärmte Leiche.» Der damals 48-jährige Jakob Wiedmer-Stern ist im repräsentativen Domizil an der Rabbentalstrasse im Berner Altenbergquartier an den Rollstuhl gefesselt. Der Mann blickt auf eine wechselvolle Zeit zurück, einige Jahre zuvor hatte er Konkurs anmelden müssen. Er sass auf einem grossen Schuldenberg, nachdem diverse Investitionen, etwa in eine elektrifizierte Strassenbahn in Konstantinopel oder in eine Silbermine in Nevada, wegen der Wirren des Ersten Weltkriegs in einem Debakel geendet hatten.

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