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Nach 2:1-Sieg gegen BaselDas machte für YB den Unterschied

Ulisses Garcia lernt aus einem bitteren Tag in Basel. Und Fabian Rieder steht für eine Bank, deren Qualität deutlich grösser ist als jene des FCB.

Ulisses Garcia (rechts) kommt vor Edon Zhegrova an den Ball und leitet damit das 2:1 für YB ein.
Ulisses Garcia (rechts) kommt vor Edon Zhegrova an den Ball und leitet damit das 2:1 für YB ein.
Foto: Marc Schumacher (Freshfocus)

Diesmal macht es Garcia besser

Es war ein Nachmittag zum Vergessen, für YB im Allgemeinen und seinen Linksverteidiger Ulisses Garcia im Speziellen. Edon Zhegrova tanzte, die Berner Abwehr patzte. 0:3 verloren die Young Boys Anfang Dezember 2019 in Basel. FCB-Trainer Marcel Koller sagte, er würde sich verletzen, würde er die flinken Bewegungen seines Flügels Zhegrova nachzuahmen versuchen.

Die Niederlage in Basel wirkte nach. Als sich die Teams im Januar 2020 das nächste Mal gegenüberstanden, blieb Garcia draussen. Jordan Lotomba wurde mit der Bewachung Zhegrovas betraut. Für Lotomba hätten Tempo und Beweglichkeit gesprochen, sagte YB-Trainer Gerardo Seoane. YB gewann 2:0, es war der Anfang vom Ende der Basler Meisterträume. Und des Wirkens von Koller beim FCB.

Im November 2020 ist Lotomba zum OGC Nizza weitergezogen. Also erhält Garcia die Gelegenheit zur Wiedergutmachung. «Wir haben uns vorgenommen, gemeinsam und aggressiv zu verteidigen», sagt er. Dass er konstatieren kann, dass dies gelungen sei, hängt auch mit der 61. Minute zusammen. Garcia ist vor Zhegrova am Ball, Nsame kann Elia lancieren, 2:1. Die Young Boys gewinnen, und Garcia behält im Privatduell mit dem kosovarischen Flügel diesmal die Oberhand.

Die Qualität auf der Bank

Als die Trainer Gerardo Seoane und Ciriaco Sforza das erste Mal wechseln, steht es 2:1 für YB. Und dennoch ist die Qualität auf der Ersatzbank ein Grund, warum die Young Boys daheim gegen die Basler zum elften Mal in Folge ungeschlagen bleiben. Sie können mit den Einwechslungen von Nicolas Ngamaleu und dem jungen Fabian Rieder das Tempo noch einmal erhöhen, später hilft Gianluca Gaudino mit seinem Teileinsatz, den Ballbesitz zu monopolisieren. Rieder spielt so stark, dass man sich nicht vorstellen kann, dass er überhaupt noch einmal in die U-21 zurückversetzt wird. Einzig der neue Stürmer Jordy Siebatcheu verpasst es einmal mehr, auf sich aufmerksam zu machen.

Sforza kann seiner Mannschaft dagegen keine neuen Impulse verleihen. Julian von Moos und Carmine Chiappetta, 19- respektive 17-jährig, bleiben wie das ganze Team harmlos. Nach der Partie fordert Sforza Zeit, nach nur 2 Spielen in 7 Wochen habe es an Matchpraxis gefehlt. Und dann sagt Sforza mit Blick auf seine Absenzenliste mit prominenten Spielern wie Zuffi, Xhaka und Widmer, er sei zuversichtlich, dass Basel mit YB mithalten könne, wenn alle Spieler dabei seien. Nur bei den Young Boys fehlten am Samstag auch Sandro Lauper, Marvin Spielmann und Christopher Martins verletzt. Aufsteiger Felix Mambimbi stand, nachdem er beim U-21-Nationalteam geweilt hatte, nicht einmal im Aufgebot.

Zu Hause ist es am schönsten

Als die Young Boys zur Pause in der Kabine sitzen, tun sie das mit «positiven Emotionen», wie Mittelfeldspieler Michel Aebischer sagt. Kurz davor haben sie durch Nsame ausgeglichen. Und da ist die Gewissheit, im eigenen Stadion einen Gang höher schalten zu können. Aebischer meint: «Wir sagten uns: Wir gewinnen dieses Spiel.»

Gesagt, getan. Gegen die nationale Konkurrenz hat YB letztmals vor 25 Monaten daheim verloren, die Ungeschlagenheit dauert nun schon seit 37 Spielen an. Nur, wollen sie europäisch überwintern, müssen sie wohl in den nächsten beiden Wochen in Sofia und/oder Rom punkten. «Das wird einer Anpassung unseres Spiels bedürfen», sagt Aebischer. Er meint weniger kombinieren und mehr mit langen Bällen operieren. «Keine leichte Aufgabe. Aber nach dem Sieg gegen Basel können wir mit einem guten Gefühl nach Sofia reisen.»