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Marthaler-Premiere im OpernhausDas Glück ist eine leere Pizzaschachtel

Ohne Saalpublikum fand im Zürcher Opernhaus die Premiere von Glucks «Orphée et Euridice» statt. Dafür als Stream. Wir haben reingeschaut. Und auch sie können das tun – bis zum 5. April.

Chiara Skerath als Euridice in der Unterwelt.
Chiara Skerath als Euridice in der Unterwelt.
Foto: Monika Rittershaus

Wer weiss, vielleicht hat Christoph Marthaler Glucks «Orphée et Euridice» ja nur inszeniert, um diese Idee loszuwerden: dass mitten im Stück eine Figur ein Mikrofon zückt und das Wunschkonzert ansagt.

Bruno, Luigi und Goffredo wünschen sich da für ihre 75-jährige Tante den «Reigen seliger Geister», und während man noch rätselt, ob die Namen wohl eine versteckte Hommage an die Komponisten Maderna, Nono und Petrassi seien, erklingt sie schon: Christoph Willibald Glucks berühmteste Musik, die tatsächlich ein Wunschkonzert-Hit ist.

Die Realität bricht da ein in die Opernwelt, oder sie bricht aus ihr aus, man weiss das nie so genau bei Marthaler. Und ja, diese Inszenierung – seine dritte am Opernhaus Zürich – ist ein echter, lustiger, trauriger Marthaler. Obwohl man im Stream zweifellos viele der Nebenhandlungen verpasst.

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