Zum Hauptinhalt springen

Röstigraben-Experte im Interview«Der Bund reagiert erst, wenn Zürich betroffen ist»

Diesen Eindruck hätten Romands in der Corona-Zeit, sagt Pierre Ruetschi, früherer Chefredaktor der «Tribune de Genève». «Das geht uns wirklich auf die Nerven.»

Weltstadt am See: Badende am Lac Léman in Genf – mit Blick auf den berühmten «Jet d’eau».
Weltstadt am See: Badende am Lac Léman in Genf – mit Blick auf den berühmten «Jet d’eau».
Foto: Keystone

Sie beschäftigen sich seit Jahrzehnten mit dem Röstigraben. Gibt es sie denn nun, die grosse Differenz der Mentalitäten?

Der Röstigraben hat sich vertieft in den letzten Jahren. Nicht aus Animosität, sondern aus Gleichgültigkeit. Die Deutschschweizer bemühen sich heute weniger als noch vor 25 Jahren, mit uns Welschen ins Gespräch zu kommen. Das sieht man beispielhaft an der Diskussion um Frühfranzösisch, das manche durch Frühenglisch ersetzen wollen. Das hat uns nachdenklich gemacht. Sind Wirtschaftsinteressen mittlerweile wichtiger als der nationale Zusammenhalt? In der Welschschweiz haben wir die gegenteilige Entwicklung. Hier lernen die Jungen vermehrt und aus eigenem Antrieb Deutsch.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.