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Superspreader-Event in ZürichDas Flamingo muss nicht schliessen

Der Club, in dem ein Mann am 21. Juni mindestens fünf Personen mit Covid-19 ansteckte, kann seine Tore offen lassen – wenn er sicherstellt, dass alle Gäste sich korrekt auf der Gästeliste eintragen.

Bleibt nach Corona-Fällen offen: Club Flamingo an der Limmatstrasse in Zürich.
Bleibt nach Corona-Fällen offen: Club Flamingo an der Limmatstrasse in Zürich.
Foto: Urs Jaudas

An der Party im Club Flamingo kam es am Abend des 21. Juni zum ersten «Superspreader»-Event im Kanton Zürich. Ein mit Covid-19 infizierter Mann feierte und steckte womöglich Dutzende Personen an. Fünf seiner Kollegen sind wie er positiv aufs Coronavirus getestet worden, 300 Personen mussten in Quarantäne geschickt werden.

Dabei kam es zu Problemen. Die Präsenzlisten, welche zum Schutzkonzept gehören, waren nicht vollständig. Zudem war ein Drittel der von den Partygästen abgegebenen E-Mail-Adressen falsch. Auch wurden Contact Tracer des Kantons am Telefon beschimpft.

Der Superspreader feierte nicht nur im Flamingo, sondern mindestens in zwei weiteren Clubs. Welche das sind, ist nicht bekannt. Der Mann war am Vortag und am Tag selbst in der Tesla-Bar in Spreitenbach, wo inzwischen mehr als 20 Corona-Infizierte bekannt sind und 100 Personen in Quarantäne gesetzt werden mussten. Neu ist nun auch ein Fall im Club Plaza im Kreis 4 bekannt geworden. Ob dieser Fall mit dem Flamingo/Tesla-Fall zusammenhängt, ist noch unklar.

Wochenend-Partys finden statt

Im Fall Flamingo hat die Gesundheitsdirektion nun Milde walten lassen: Der Club muss vorläufig nicht schliessen, muss aber zwingend ein besseres Konzept präsentieren. Im «Blick» hatte Club-Betreiber Vito Macchia heute Morgen noch gesagt: «Unser Club wird dieses Wochenende geschlossen bleiben bis und mit der Nacht auf Montag.»

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text trug zuerst den Titel «Das Flamingo muss schliessen», da der Betreiber dies bestätigt hatte. An der Pressekonferenz zu den neuen Regeln für die Clubs hat Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli aber gesagt, das Flamingo dürfe offen bleiben. Der Club müsse aber noch nachweisen, dass er in der Lage ist, die Gästelisten sauber zu führen.