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Das beste Spiel zum Abschied

So gut, gegen einen solchen Gegner wie Argentinien, war vielleicht noch nie eine Schweizer Nationalmannschaft.

Abschied: Mit dieser Niederlage gegen Argentinien geht die Ära Hitzfeld in der Schweizer Nationalmannschaft zu Ende.
Abschied: Mit dieser Niederlage gegen Argentinien geht die Ära Hitzfeld in der Schweizer Nationalmannschaft zu Ende.
Keystone
Niederschmetternd: Diego Benaglio, Johan Djourou, Valon Behrami und ihre Teamkollegen müssen in der 118. Minute ein Tor hinnehmen.
Niederschmetternd: Diego Benaglio, Johan Djourou, Valon Behrami und ihre Teamkollegen müssen in der 118. Minute ein Tor hinnehmen.
Reuters
Ernstes Wörtchen: Schiedsrichter Jonas Eriksson nimmt sich Messi und Valon Behrami nach einem zu harten Zweikampf zur Brust.
Ernstes Wörtchen: Schiedsrichter Jonas Eriksson nimmt sich Messi und Valon Behrami nach einem zu harten Zweikampf zur Brust.
Reuters
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Dieser Messi! Immer wieder hatte er sich im Netz der Schweizer verfangen, immer wieder stand ihm ein Schweizer im Weg, immer wieder nahm er Anlauf, immer wurde er gestoppt, hatte sich der Argentinier verrannt, verdribbelt, fanden die Schweizer ein Mittel gegen den vielleicht besten Spieler der Welt. 117 Minuten und einige Sekunden lang. Das Elfmeterschiessen vor Augen, vielleicht den ganze grossen Triumph.

Aber einmal, einmal nur, waren sie machtlos. Rannte ihnen Messi davon, konnte er nicht gestoppt werden und gab er das Zuspiel zum Tor, das die Argentinier in den Viertelfinal brachte.

Am Schluss, nach letzten dramatischen Minuten, mit grossen Chancen zum 1:1 und viel, viel Pech, blieb nur dies: Eine riesige Enttäuschung, einige Tränen, lagen die Spieler am Boden, schlenderte Ottmar Hitzfeld über den Rasen in São Paulo, seine letzten Schritte als Trainer, musste er trösten und hätte selber Trost gebraucht. Es war auch bitter für ihn.

So gut, gegen einen solchen Gegner, war vielleicht noch nie – zumindest schon ganz lange nicht mehr – eine Schweizer Nationalmannschaft, es war, in seinem 61. und letzten Spiel, die beste Leistung unter Hitzfeld. Bei der WM 2010 in Südafrika hatte die Schweiz zwar die Spanier, den späteren Weltmeister geschlagen, mit viel Glück, mit fast nur Abwehrarbeit und ohne selber mitzuspielen; jetzt, gegen einen WM-Favoriten, war sie ebenbürtig, phasenweise gar besser.

Die Schweizer verteidigten hervorragend, rannten, kämpften, blieben immer kompakt und spielten hochkonzentriert und diszipliniert, liessen die Argentinier, die einfach keine Lücke fanden, manchmal fast verzweifeln, selbst Messi. Die Südamerikaner rannten zwar an, die Schweizer kamen aber nur ganz selten in Schwierigkeiten. Und wenn, dann rettete Benaglio einige Male hervorragend, der Torhüter, aber auch Rodriguez, Djourou, Inler, Behrami, Mehmedi, der Dauerrenner, Shaqiri mit seinen Dribblings und Pässen, fielen besonders auf. Und keiner fiel ab, es war eine Mannschaft, die alles gab, die nie auseinander fiel, in der Verlängerung gar nochmals zusetzen konnte, die selber einige Chancen hatte, in der ersten Halbzeit sehr grosse (Xhaka, Drmic), zuletzt nach 120 Minuten Dzemaili.

Der Lohn blieb aus. Die Reise durch Brasilien endete im São Paulo und im Achtelfinal. Die Schweizer wollten sich an dieser WM keine Grenzen setzen – und sie waren nahe daran, eine ganz grosse Hürde zu nehmen. Selbst Messi schienen sie im Griff zu haben. Bis auf dieses eine Mal.

Für Ottmar Hitzfeld waren die letzten Minuten nochmals wie ein Zeitraffer eines ganzen Trainerlebens: Er hoffte, er litt, er bangte, er hoffte nochmals - nur gab es kein Happy-End. Besonders bitter für ihn.

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