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Raffinierte GebrauchsliteraturDarf es ein Liebeshaiku sein?

Ein Bestseller gefällig oder eine Ode an einen Hauseingang? In ihren «kiosktexten» reagiert die Schweizer Autorin Julia Haenni mit vielfältigen sprachlichen Mitteln auf Wünsche von Auftraggebern.

Julia Haennis «kiosketexte» sollen daran erinnern, dass es Literatur braucht «wie eine Kippe am Kiosk. Oder ein Lottoschein. Oder ein Kaugummi.»
Julia Haennis «kiosketexte» sollen daran erinnern, dass es Literatur braucht «wie eine Kippe am Kiosk. Oder ein Lottoschein. Oder ein Kaugummi.»
Foto: Reto Oeschger

Der Bestseller ergreift das Wort und verkündet selbstgewiss: «ich bin das ideale geschenk für hochzeitengeburtstagsweihnachtseinweihungsoderanderefeiern». Routiniert verwendet er Marketingsprache, integriert «Testimonials» von restlos begeisterten Lesern, preist seine günstige Herstellung in China oder die schnelle Lieferung und überwältigt den Konsumenten mit einem sexuell aufgeladenen Versprechen: «nimm mich kauf mich friss mich in dich rein fick mich immer und immer wieder. Ich bin das was du willst und ich bin das was du brauchst ich bin dein bestseller.»

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