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Protest gegen Beizen-LockdownDaniela Liebi spielt für die Gastrobranche den Winkelried

Mit dem Mut der Verzweiflung öffnete Daniela Liebi für einen halben Tag illegal ihren Landgasthof Rothorn über dem Thunersee. Prompt stand die Polizei auf der Matte.

«Jemand muss den Winkelried spielen»: Rothorn-Wirtin Daniela Liebi nach dem Besuch der Polizei.
«Jemand muss den Winkelried spielen»: Rothorn-Wirtin Daniela Liebi nach dem Besuch der Polizei.
Foto: Markus Dütschler

In normalen Zeiten wäre der Landgasthof Rothorn montags geschlossen. Doch jetzt sind keine normalen Zeiten. In der Gastronomie herrscht Lockdown. In der ganzen Schweiz? Nein. In Schwanden ob Sigriswil ist das Rothorn an diesem Montag geöffnet. Andrea Liebi hatte diese Protestaktion in den sozialen Medien angekündigt. «Vom Echo wurde ich völlig überrumpelt», sagt sie. Viele hätten zu ihrem Mut gratuliert und Unterstützung angeboten. Quasi über Nacht ist Liebi für viele zur Heldin geworden.

Am Montagvormittag hat sie viel um die Ohren. Ständig kommen E-Mails und Anrufe. In der Küche blubbert eine Pfanne mit Hackfleischsauce. Die Ordnungshüter haben bereits kurz vorbeigeschaut und Liebi vor den Folgen ihres Ungehorsams gewarnt. Gegen Mittag kommen die Kunden, viele Kunden. Der Gastraum und das Säli, wo Corona-konform nicht alle Tische belegt sind, sind voll besetzt. Immer wieder geht die Tür auf, doch Neuankömmlinge müssen sich gedulden. Das Servierpersonal eilt maskiert umher.

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