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Wahlen im Kanton SchwyzCVP verteidigt in Schwyz ihren zweiten Regierungssitz

Der SP gelingt die Rückkehr in die Exekutive nicht, ihr Kandidat ist chancenlos. Der Schwyzer Regierungsrat bleibt damit bürgerlich.

Der neu gewählte Schwyzer Regierungsrat Sandro Patierno (CVP) fährt vor dem Rathaus in Schwyz vor.
Der neu gewählte Schwyzer Regierungsrat Sandro Patierno (CVP) fährt vor dem Rathaus in Schwyz vor.
Foto: Urs Flüeler/Keystone

Im Kanton Schwyz bleibt der Regierungsrat fest in bürgerlicher Hand: Die Stimmberechtigten haben den letzten der sieben Sitze an Sandro Patierno von der CVP vergeben. Die SP, die vor acht Jahren ihr Regierungsmandat verloren hat, bleibt in der Opposition.

Der 51-jährige Patierno erzielte im zweiten Wahlgang vom Sonntag 18'309 Stimmen. Er ist Kantonsrat und war vier Jahre Bezirksammann von Schwyz. Er folgt im Regierungsrat auf seinen Parteikollegen Othmar Reichmuth, der in den Ständerat gewählt worden ist.

Der Kandidat der SP, Michael Fuchs, kam auf 11'102 Stimmen, der parteilose Landwirt Peter Abegg auf 2207 Stimmen. 30,6 Prozent der Stimmberechtigten beteiligten sich an den Wahlen, bei denen wegen des Coronavirus nur eine briefliche Stimmabgabe möglich war.

Michael Fuchs von der SP hat die Wahl in den Schwyzer Regierungsrat verpasst.
Michael Fuchs von der SP hat die Wahl in den Schwyzer Regierungsrat verpasst.
Foto: Urs Flüeler/Keystone

Dem Schwyzer Regierungsrat gehören damit weiterhin drei Vertreter der SVP sowie je zwei der FDP und CVP an. Es werde so weitergehen wie bisher, sagte Andreas Marty, Präsident der SP Schwyz, gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Der Regierungsrat werde seine konservative und einseitige Politik fortsetzen.

Päcklipolitik von SVP und FDP

Fuchs, von Beruf Geologe und von 2014 bis 2018 Bezirksammann von Küssnacht, war nicht als Favorit in den zweiten Wahlgang gegangen. Trotzdem sei er «sehr enttäuscht», sagte der SP-Parteipräsident. Gleichzeitig gestand er der CVP zwei Sitze in der Regierung zu. Das Problem sei die Päcklipolitik, die SVP und FDP zur Sicherung ihrer Regierungssitze betrieben hätten.

SVP und FDP hatten im ersten Wahlgang jeweils auch die Kandidaten der anderen Partei mit auf die Liste genommen und so die Wahl ihrer fünf Kandidierenden im ersten Umgang sichern können. Diese Taktik war auch bei der CVP auf Kritik gestossen.

Patierno sei zum Marktwert und ohne Päckli gewählt worden, betonte CVP-Parteipräsident Bruno Beeler gegenüber Keystone-SDA. Zu einer möglichen Regierungsbeteiligung der SP sagte er, die Frage sei halt, zu wessen Lasten dies geschehen solle. Ein Problem sei, dass bei der SP die Umverteilung eine grosse Rolle spiele.

Neues Knowhow

Für CVP-Präsident Beeler steht zudem fest, dass mit dem neuen CVP-Regierungsrat frischer Wind in die Regierung komme. Als Energiefachmann bringe er neues Knowhow in die Exekutive, und das sei wichtig, weil der Kanton Schwyz beim Thema Energie am Schluss der Schweiz stehe.

Im ersten Wahlgang vom 22. März wiedergewählt worden waren die fünf Bisherigen Petra Steimen-Rickenbacher und Kaspar Michel (beide FDP), André Rüegsegger und Andreas Barraud (beide SVP) sowie Michael Stähli (CVP). Zudem schaffte es Herbert Huwiler (SVP) neu in den Regierungsrat. Er ersetzt dort seinen Parteikollegen René Bünter (SVP), der sich nach nur vier Amtsjahren zurückzog.

Der Kanton Schwyz ist in der Zentralschweiz nicht der einzige Stand, der von einer rein bürgerlichen Regierung geführt wird: Uri ist der einzige der sechs Kantone mit einem SP-Regierungsrat.

SDA