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Coronavirus weltweit +++ «Fühle mich grossartig» — Bill Gates hat sich impfen lassen +++ Britische Variante: Hinweise auf höhere Sterblichkeit

Ab Sonntag müssen Reisende, die aus Europa nach Frankreich wollen, einen negativen PCR-Test vorweisen. Es gibt aber Ausnahmen. Internationale Corona-News im Ticker.

Das Wichtigste in Kürze:

  • In Grossbritannien und Südafrika ist eine mutierte Variante des Coronavirus aufgetaucht. In immer mehr Ländern wird die offenbar ansteckendere Mutation nachgewiesen.

  • Die USA bleiben das am stärksten betroffene Land; gefolgt von Indien, Brasilien, Russland und Frankreich.

  • Weltweit sind gigantische Impfprogramme angelaufen (Zum Vergleich).

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Hongkong schottet Stadtteil ab

Aus Furcht vor einer sprunghaften Verbreitung des Coronavirus ist ein besonders dicht besiedelter Stadtteil der Millionenmetropole Hongkong im Morgengrauen abgeriegelt worden. Tausende Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Einwanderungsbehörden sind seit Samstagfrüh (Ortszeit) damit beschäftigt, die rund 10 000 Bewohner des Jordan-Viertels nach und nach alle auf den Erreger zu testen. Das betroffene Gebiet mit 150 Wohnblöcken werde zu diesem Zweck für zwei Tage bis voraussichtlich Montagmorgen hermetisch abgeschottet, teilte die Regierung mit. Bis dahin, so die Hoffnung der Behörden, sollen alle Testergebnisse vorliegen.

Es handelt sich um den ersten derartigen Lockdown in Hongkong seit Beginn der Corona-Pandemie vor etwa einem Jahr. Bewohner des betroffenen Viertels, das zu den ärmsten in Hongkong gehört, dürfen die Sperrzone seit Samstagmorgen 4:45 Uhr (Ortszeit; 21:45 Uhr MEZ) nicht mehr verlassen und müssen nach dem Test in häuslicher Quarantäne bleiben, bis ein gesichertes Ergebnis vorliegt. Lokale Medien zeigten Bilder von Einsatzkräften in weissen Schutzanzügen, die das Viertel in Gruppen durchkämmten und auf der Suche nach Infizierten von Tür zu Tür ziehen sollten.

Grund für die Abschottung ist die jüngste Häufung von Corona-Infektionen in dem Stadtteil. Von den 55 am Freitag in ganz Hongkong gemeldeten Neuansteckungen machten sie fast die Hälfte aus.

Lockdown im Jordan-Viertel: Rund 10’000 Menschen werden nun auf das Coronavirus getestet.
Lockdown im Jordan-Viertel: Rund 10’000 Menschen werden nun auf das Coronavirus getestet.
KEYSTONE
Nächtliche Ausgangssperre in den Niederlanden

Wegen anhaltend hoher Corona-Infektionszahlen gilt in den Niederlanden ab Samstag erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg wieder eine nächtliche Ausgangssperre. Wer gegen das zwischen 21.00 Uhr und 04.30 Uhr geltende Ausgangsverbot verstösst, muss mit einer Geldbusse in Höhe von 95 Euro rechnen. Nach Regierungsangaben bleibt das Verbot zunächst bis 9. Februar in Kraft. Es soll helfen, die Ausbreitung der ansteckenderen Variante des Virus einzudämmen.

Mitte Januar hatte die Regierung bereits den Lockdown bis 9. Februar verlängert. Schulen, Restaurants und alle nicht notwendigen Geschäfte sind geschlossen. Zudem darf sich nicht mehr als ein Gast in einem Haushalt aufhalten.

WHO hält Stoffmasken weiterhin für wirksam

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hält Stoffmasken trotz der sich ausbreitenden Coronavirus-Mutanten weiterhin für ausreichend.

«Wir haben keinen Hinweis darauf, dass sich die Art der Übertragung verändert hat», sagte die für die Corona-Pandemie zuständige WHO-Expertin Maria Van Kerkhove am Freitag in Genf. Deshalb ändere die WHO ihre Empfehlungen derzeit nicht.

Nicht-medizinische Stoffmasken könnten weiterhin von der allgemeinen Bevölkerung unter 60 Jahren ohne gesundheitliche Vorbelastung verwendet werden, erklärte Van Kerkhove. «Es steht den Ländern frei, die Massnahmen zu ergreifen, die sie für notwendig erachten».

Die WHO-Expertin wies darauf hin, dass Stoffmasken aus drei Schichten bestehen sollten, um wirksamen Schutz zu bieten: Die innere Schicht sollte etwa aus Feuchtigkeit absorbierender Baumwolle hergestellt sein, die mittlere sollte aus einem Material wie Polypropylen-Vlies bestehen und als Filter fungieren. Die äusserste Schicht sollte aus wasserabweisendem Material wie Polyester sein.

Biden rechnet mit mehr als 600'000 Corona-Toten

US-Präsident Joe Biden rechnet damit, dass die Zahl der Todesopfer durch das Coronavirus bis weit über 600'000 steigen wird. Das Virus verbreite sich weiter stark, die Zahl der Todesopfer werde von derzeit mehr als 400'000 weiter zunehmen, sagte Biden am Freitag.

In den USA führe die Pandemie dazu, dass «Familien Hunger haben» und ihr Dach über dem Kopf verlieren, sagte Biden. Die Zahl der Arbeitslosen nehme zu. Der neue Präsident unterzeichnete am Freitag mehrere Anordnungen, mit denen die staatlichen Hilfen für bedürftige Familien in der Corona-Krise ausgebaut werden.

Die Corona-Krise und die damit einhergehenden Jobverluste haben die Zahl der US-Bürger, die sich nicht genug zu essen leisten können, in die Höhe schnellen lassen. Allein vergangene Woche meldeten sich laut Arbeitsministerium mehr als 1,3 Millionen Menschen in den Vereinigten Staaten arbeitslos. Die Zahl der US-Bürger, die irgendeine Form von Arbeitslosenhilfe vom Staat bekommen, belief sich in der ersten Januar-Woche auf knapp 16 Millionen.

13,7 Prozent der Erwachsenen in den USA lebten in Haushalten, in denen es manchmal oder oft nicht genug zu essen gebe: Dies meldete das US-Handelsministerium Mitte Dezember.
13,7 Prozent der Erwachsenen in den USA lebten in Haushalten, in denen es manchmal oder oft nicht genug zu essen gebe: Dies meldete das US-Handelsministerium Mitte Dezember.
KEYSTONE
Astrazeneca will zunächst weniger Impfstoff liefern

Der Pharmakonzern Astrazeneca liefert zunächst weniger Corona-Impfstoff an die EU als geplant. Sollte Astrazeneca die EU-Zulassung erhalten, werde die Menge zu Beginn niedriger sein, sagte eine Sprecherin des britisch-schwedischen Unternehmens am Freitag auf Anfrage. Grund sei eine geringere Produktion an einem Standort in der europäischen Lieferkette.

Nach Angaben von EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides kündigte das Unternehmen die Lieferprobleme am Freitag im Lenkungsausschuss zur EU-Impfstrategie an. Die EU-Kommission und Mitgliedstaaten hätten tiefe Unzufriedenheit darüber geäussert, dass im ersten Quartal weniger Impfstoff geliefert werden solle als geplant, erklärte Kyriakides am Abend.

Man habe darauf bestanden, dass es einen genauen Lieferplan gebe, auf dessen Grundlage die Mitgliedstaaten ihre Impfprogramme planen könnten. Die EU-Kommission werde weiter auf mehr Zuverlässigkeit bei den Lieferungen dringen und auf eine beschleunigte Verteilung der Dosen.

Über die Probleme bei Astrazeneca hatte zunächst die «Bild»-Zeitung berichtet. Wie «Bild» berichtete, muss der Impfstoff nach den Mutationen in einigen Ländern angepasst werden. Bereits auf Halde produzierte Impfstoffmengen könnten deshalb womöglich nicht ausgeliefert werden. Zudem seien die Auswirkungen auf die Produktion nach einem Brand in einem Werk in Indien noch nicht klar.

Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums sagte dazu auf Anfrage: «Wir gehen weiter davon aus, dass der Impfstoff von Astrazeneca Ende kommende Woche für die EU zugelassen wird. Die EU hat viel in die Vorproduktion dieses Impfstoffes investiert. Nach der Zulassung wird klar, wie viel Impfstoff wann zusätzlich für Deutschland zur Verfügung steht.»

Hat den Impfstoff zusammen mit der britischen Universität Oxford entwickelt: Astrazeneca. Der Impfstoff wird in Grossbritannien bereits genutzt. Für kommende Woche wird auch eine Zulassung in der EU erwartet.
Hat den Impfstoff zusammen mit der britischen Universität Oxford entwickelt: Astrazeneca. Der Impfstoff wird in Grossbritannien bereits genutzt. Für kommende Woche wird auch eine Zulassung in der EU erwartet.
KEYSTONE

In dieser Woche war es bereits zu einem Lieferengpass der Impfstoffhersteller Biontech und Pfizer gekommen. Hintergrund waren Umbauten in einem Pfizer-Abfüllwerk in Belgien. In mehreren EU-Staaten hatte es deswegen grossen Unmut gegeben, weil Impfpläne umgestellt werden mussten.

Belgien verbietet «nicht wesentliche» Auslandsreisen

Um die Ausbreitung neuer, ansteckenderer Varianten des Coronavirus zu verhindern, verbietet Belgien ab Mittwoch alle «nicht wesentlichen» Auslandsreisen. Das Verbot gelte vorerst bis zum 1. März, sagte Ministerpräsident Alexander De Croo am Freitagabend in Brüssel. Ausnahmen gelten für Berufspendler sowie für Reisen aus familiären oder gesundheitlichen Gründen.

«Wir errichten keine Mauer um Belgien. Wir können weiter in andere Länder fahren, aber nur aus wichtigen Gründen», betonte der Regierungschef.

Belgien hatte bereits vor dem EU-Gipfel vom Donnerstag ein vorübergehendes Verbot «nicht wesentlicher Reisen» ins Spiel gebracht, konnte sich damit aber bei den restlichen Mitgliedstaaten nicht durchsetzen. Stattdessen wird von nicht unbedingt notwendigen Reisen innerhalb deR EU lediglich abgeraten. Die Grenzen sollen aber grundsätzlich offen bleiben und der Warenverkehr möglichst reibungslos weiterlaufen.

Bill Gates hat sich gegen Corona impfen lassen

Microsoft-Gründer Bill Gates hat eine Corona-Impfung bekommen. «Einer der Vorteile, 65 zu sein, ist der Zugang zum Covid-19-Impfstoff», schrieb Gates am Freitag bei Twitter. Er habe diese Woche die erste der zwei Impfdosen erhalten – «und ich fühle mich grossartig».

Foto: Nati Harnik (AP/Keystone)

Gates steht im Mittelpunkt einiger Verschwörungstheorien rund um das Coronavirus. Eine der unbelegten Behauptungen ist, dass Gates unter dem Vorwand der Impfungen Chips zur Kontrolle über die Menschheit einpflanzen wolle. «Diese verrückten Ideen verbreiten sich irgendwie schneller in den sozialen Medien als die Wahrheit. Ich bin überrascht, dass mein Name in diesen Verschwörungstheorien auftaucht», sagte Gates am September bei «Bild Live».

Britische Variante: Hinweise auf höhere Sterblichkeit

Die zuerst in Grossbritannien entdeckte Variante des Coronavirus ist möglicherweise tödlicher als die bislang vorherrschende. Dafür gebe es «einige Hinweise» sagte der britische Premierminister Boris Johnson am Freitag in einer Pressekonferenz im Regierungssitz Downing Street in London.

Boris Johnson informiert anlässlich einer Pressekonferenz.
Quelle: Sky

Die Mutation war Ende vergangenen Jahres in der südostenglischen Grafschaft Kent aufgetaucht und hatte sich rasch in London und Teilen des Landes ausgebreitet.

Bei Viren treten stetig zufällige Veränderungen im Erbgut auf, Mutationen genannt. Manche verschaffen dem Erreger Vorteile – etwa, indem sie ihn leichter übertragbar machen. Die in Grossbritannien aufgetretene Variante ist nach Ansicht britischer Experten 30 bis 70 Prozent leichter übertragbar als die bislang vorherrschende.

Ob und wie viel tödlicher die neue Variante ist, sei noch sehr unsicher, warnte der wissenschaftliche Berater der Regierung Patrick Vallance am Freitag. Gehe man bei der bisherigen Variante davon aus, dass von 1000 Menschen im Alter von 60 Jahren zehn sterben, seien es bei der Variante etwa 13 oder 14 Todesfälle.

Experten in Grossbritannien gehen nicht davon aus, dass die Schutzwirkung der bisher verwendeten Impfstoffe durch die heimische Virus-Variante beeinträchtigt wird. Für zwei weitere Mutationen, die in Brasilien und Südafrika entdeckt wurden, sei dies noch unklar, sagte Vallance. Laut Regierung haben im Vereinigten Königreich bereits 5,4 Millionen Menschen eine erste Impfdosis erhalten.

Grossbritannien ist eines der am schwersten von der Pandemie betroffenen Länder in Europa. Täglich werden Zehntausende Neuinfektionen und zuletzt jeweils mehr als 1000 Tote gemeldet. Knapp 96'000 Menschen sind in Grossbritannien bereits innerhalb von 28 Tagen nach einem positiven Coronatest gestorben.

Die Krankenhäuser sind teils schwer unter Druck. Johnson zufolge ist die Zahl der in Kliniken behandelten Covid-Patienten inzwischen um 78 Prozent höher als während der ersten Pandemiewelle im vergangenen Frühjahr. Der Premier macht dafür hauptsächlich die Virus-Mutante verantwortlich.

Karneval in Rio fällt wegen Corona komplett aus

Der weltberühmte Karneval in Rio de Janeiro fällt wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr ganz aus.

Eine zunächst ins Auge gefasste Verschiebung der Sambaschulen-Umzüge auf Juli sei nicht machbar, teilte der Bürgermeister der brasilianischen Metropole, Eduardo Paes, am Donnerstag (Ortszeit) mit. «Es macht gegenwärtig keinen Sinn zu glauben, dass wir die Voraussetzungen haben werden, um den Karneval im Juli stattfinden zu lassen», schrieb er auf Twitter.

Er sei sich auch der wirtschaftlichen Bedeutung des Karnevals für die Stadt am Zuckerhut bewusst. Dieser zieht jedes Jahr Millionen Touristen an. Es sei derzeit aber unmöglich, die enormen Vorbereitungen zu stemmen, die für die Veranstaltung nötig seien. «Sicher werden wir 2022 (alle ordnungsgemäss geimpft) das Leben und unsere Kultur mit der ganzen Intensität feiern können, die wir verdienen», ergänzte Paes.

Mitglieder der Samba-Schule Beija-Flor de Nilopolis tanzen durch die zweite Nacht des Karnevals in Rio de Janeiro. (24. Februar 2020)
Mitglieder der Samba-Schule Beija-Flor de Nilopolis tanzen durch die zweite Nacht des Karnevals in Rio de Janeiro. (24. Februar 2020)
Foto: Buda Mendes (Getty Images)

Eigentlich sollte der Karneval in Rio im Februar stattfinden. Angesichts der Pandemie hatte die Stadt bereits den Strassenkarneval abgesagt, die berühmten Umzüge der Sambaschulen im Sambodrom aber lediglich verschoben. Der Verband der Sambaschulen (LIESA) hoffte auf einen Karneval im Juli und hatte Ende 2020 bereits bekannt gegeben, um was es bei den einzelnen Umzügen gehen solle. Der Verband äusserte nun jedoch angesichts der Ungewissheit über die Impfkampagne Verständnis für die Entscheidung, berichtete das Portal UOL.

Rekord in Israel: 224'000 Corona-Impfungen an einem Tag

In Israel ist ein Rekord an Impfungen gegen das Coronavirus verzeichnet worden. Wie Gesundheitsminister Juli Edelstein am Freitag bei Twitter schrieb, wurden am Vortag 224'000 Dosen verabreicht.

Insgesamt erhielten in dem Land mit seinen neun Millionen Einwohnern seit dem 19. Dezember rund 2,4 Millionen Menschen eine erste und etwa 850'000 Menschen auch schon die zweite Impfung.

In Israel gibt es ausreichend Impfstoff. Die Regierung hat früh entsprechend viele Dosen bestellt. In einer Kooperation mit dem Unternehmen Pfizer stellt das Land zudem im Gegenzug für Impfstofflieferungen Datenmaterial zur Verfügung. Experten führen den Erfolg der Impfkampagne auch auf das starke und digitalisierte öffentliche Gesundheitssystem zurück.

Lesen Sie dazu: Israel will die Corona-Pandemie Ende März hinter sich haben

Fast 4000 Corona-Tote binnen 24 Stunden in den USA

In den USA sind fast 4000 Menschen binnen eines Tages im Zusammenhang mit dem Corona-Virus gestorben.

Mit 3955 Toten lag die Zahl am Donnerstag aber unter dem bisherigen Höchstwert von 4462, der am 12. Januar verzeichnet worden war, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore vom Freitagmorgen (MEZ) hervorging. Die Anzahl der registrierten Neuinfektionen erreichte demnach am Donnerstag 188'952. Der bisherige Tagesrekord wurde am 2. Januar mit 298'031 neuen Fällen registriert.

In dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern haben sich bislang rund 24,6 Millionen Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert, mehr als 410'000 Menschen starben. In absoluten Zahlen gemessen sind das mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Mehr als 50'000 Corona-Tote in Deutschland seit Pandemiebeginn

In Deutschland sind seit Beginn der Pandemie mehr als 50 000 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben.

Die deutschen Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) 859 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden, wie das RKI am Freitagmorgen bekanntgab. Damit stieg die Gesamtzahl der Todesfälle auf 50'642. Vor genau einer Woche waren 1113 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet worden. Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden.

Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI ausserdem 17'862 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages. Vor genau einer Woche hatte das RKI 22'368 Neuinfektionen verzeichnet. Der Höchststand von 33'777 registrierten Neuinfektionen binnen 24 Stunden war am 18. Dezember gemeldet worden – darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Corona-Test für Frankreich

Frankreich verlangt von Reisenden aus anderen europäischen Ländern ab Sonntag die Vorlage eines negativen PCR-Tests. Der Test müsse innerhalb von 72 Stunden vor der Abreise gemacht worden sein, teilte das Amt von Präsident Emmanuel Macron in der Nacht zum Freitag mit. Von der Testpflicht gelten demnach jedoch diverse Ausnahmen, darunter für Berufspendler, die in Frankreich arbeiten, aber nicht dort wohnen.

Reisende aus EU-Staaten mussten schon bislang für die Einreise nach Frankreich einen negativen Test auf das Coronavirus vorweisen. Dabei musste es sich jedoch nicht zwingend um einen PCR-Test handeln. Bei diesen Tests wird ein Abstrich im Labor untersucht.

Antikörper-Mittel senkt Covid-19-Risiko bei Pflegeheimbewohnern

Ein vom US-Pharmakonzern Eli Lilly entwickeltes Antikörper-Medikament hat einer Studie zufolge das Risiko einer Covid-19-Erkrankung bei Pflegeheimbewohnern um 80 Prozent gesenkt. «Wir sind ausserordentlich erfreut über diese positiven Ergebnisse», erklärte der Forschungschef des Unternehmens, Daniel Skovronsky, am Donnerstag. Mit dem Mittel Bamlanivimab könnten die «am meisten gefährdeten Mitglieder unserer Gesellschaft» vor einer Covid-19-Erkrankung besser geschützt werden.

Foto: Hersteller (AP)

An der von der US-Regierung geförderten klinischen Studie nahmen 299 Bewohner und 666 Mitarbeiter von Pflegeheimen teil, die negativ auf das Coronavirus getestet wurden. Sie erhielten entweder das Medikament oder ein Placebo. Nach acht Wochen war das Erkrankungsrisiko für die mit Bamlanivimab behandelten Studienteilnehmer um 57 Prozent geringer. Für Pflegeheimbewohner sank das Risiko sogar um 80 Prozent. In den USA hat das Antikörper-Mittel bereits eine Notfallzulassung erhalten.

Die Studie wurde noch nicht durch mehrere Fachexperten unabhängig voneinander begutachtet. Ohne ein solches Peer-Review-Verfahren zur Sicherung der wissenschaftliche Qualität ist die Korrektheit der Studie noch ungeklärt und ihre Aussagekraft deshalb begrenzt. Dennoch bezeichneten Experten die Ergebnisse als vielversprechend. Antikörper-Medikamente könnten in der Lage sein, die derzeit weltweit laufenden Impfkampagnen zu ergänzen, erklärte Eleanor Riley, Professorin für Immunologie an der Universität von Edinburgh.

Warnung vor nicht unbedingt notwendigen Reisen

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie wollen die 27 EU-Staaten nicht notwendige Reisen weiter einschränken. Doch sollen die europäischen Grenzen für Waren und Pendler möglichst offen bleiben. Dies berichtete EU-Ratschef Charles Michel am Donnerstagabend nach einem EU-Videogipfel.

Die gefürchteten neuen Virusvarianten sollen gezielter aufgespürt werden und die Impfkampagne besser in Schwung kommen. Es soll einen EU-Impfpass geben, aber vorerst keine Vorteile für Geimpfte etwa beim Reisen.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen erläuterte, es solle eine neue Kategorie von «dunkelroten Zonen» eingeführt werden, wo das Coronavirus sehr verbreitet sei. Von Personen, die von diesen Zonen aus verreisen wollten, könnte vor der Abreise ein Test verlangt werden sowie Quarantäne nach der Ankunft. Von nicht notwendigen Reisen solle dringend abgeraten werden, fügte von der Leyen hinzu.

Frankreich will bis Ende August durchgeimpft haben

Frankreichs Regierung geht davon aus, bis Ende August die gesamte französische Bevölkerung impfen zu können. «Wir sind in der Lage, (...) 70 Millionen Menschen, die gesamte französische Bevölkerung, bis Ende August zu impfen (...), wenn alle bestellten Impfstoffe von den europäischen und weltweiten Gesundheitsbehörden genehmigt werden», sagte Gesundheitsminister Olivier Véran am Donnerstagabend im Interview mit dem Sender TF1.

Tschechien: Heftiges Gerangel bei Debatte

Die Debatte im tschechischen Parlament über eine Verlängerung des Corona-Notstands ist am Donnerstag eskaliert. Nachdem ihm wegen persönlicher Beleidigungen das Mikrofon ausgeschaltet worden war, lieferte sich der Abgeordnete Lubomir Volny ein heftiges Gerangel mit dem Sitzungspräsidenten Tomas Hanzel.

Andere Parlamentarier kamen diesem sofort zu Hilfe. «Wenn du hierher kommst, kriegst du Prügel», schrie Volny einen von ihnen an. Als gewählter Vertreter des Volkes habe er das Recht, sich äussern zu können: «So bringt ihr mich nicht zum Schweigen!»

Die Sitzung war live im Fernsehen zu sehen.

Volny wurde nach dem Zwischenfall des Saales verwiesen. Er ist Vorsitzender der ultrarechten Bewegung «Die Einigen – Alternative für Patrioten». Der 47-Jährige war bereits zuvor aufgefallen, weil er im Rednersaal anders als die übrigen Abgeordneten keine Maske trug. Die Polizei prüft nach eigenen Angaben, ob eine Ordnungswidrigkeit wegen Verstosses gegen die Hygieneregeln vorliegt.

Das Parlament hat einer Verlängerung des Corona-Notstands bis zum 14. Februar zugestimmt. Dafür votierten am Donnerstagabend 53 Abgeordnete; dagegen waren 19. Der Ausnahmezustand ermöglicht es der Regierung, Grundrechte wie die Versammlungsfreiheit auszusetzen und Soldaten in Spitälern einzusetzen. Seit Pandemiebeginn gab es in Tschechien mehr als 917'000 bestätigte Infektionen und 14'973 Todesfälle. Der EU-Mitgliedstaat hat rund 10,7 Millionen Einwohner.

Biden: USA verlangen von Einreisenden künftig Quarantäne

Reisende in die USA müssen sich wegen der Corona-Pandemie künftig nach ihrer Ankunft in Quarantäne begeben. Das kündigte der neue US-Präsident Joe Biden am Donnerstag im Weissen Haus an. «Jeder, der aus einem anderen Land in die USA fliegt, wird sich testen lassen müssen, bevor er das Flugzeug besteigt, (...) und sich in Quarantäne begeben müssen, wenn er in den USA ankommt.»

Die US-Gesundheitsbehörde CDC hatte bereits vergangene Woche angekündigt, dass ab dem 26. Januar vor Flugreisen in die USA ein negativer Corona-Test verlangt wird. Zugleich empfahl die Behörde, in den sieben Tagen nach Einreise zu Hause zu bleiben – es handelte sich aber lediglich um eine Empfehlung.

Biden stellte am Donnerstag, einen Tag nach seinem Amtsantritt, eine nationale Strategie im Kampf gegen das Coronavirus vor. Er unterzeichnete dazu im Weissen Haus zehn Direktiven, die eine Reihe von Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie enthalten.

Biden: «Konnten uns nicht auf Regierung verlassen»

Mit seinem Aktionsplan will Biden die schleppende Impfkampagne beschleunigen, mehr Menschen testen lassen, mehr Personal im öffentlichen Gesundheitswesen einstellen, die Produktion von medizinischem Material steigern, eine sichere Wiedereröffnung von Schulen und Unternehmen ermöglichen und die internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen das Virus stärken.

Biden prangerte zugleich Versäumnisse der Regierung seines Vorgängers Donald Trump an. «Im vergangenen Jahr konnten wir uns nicht auf die Regierung verlassen, um mit der notwendigen Dringlichkeit, Konzentration und Koordinierung zu handeln», sagte der Präsident. «Und wir haben die tragischen Kosten dieses Scheiterns gesehen.»

Biden verwies auf die inzwischen mehr als 408'000 Corona-Toten in den USA, die mit Abstand höchste Zahl weltweit. Die USA seien nicht «über Nacht» in diese Situation geraten. «Und es wird Monate dauern, bis wir die Kurve kriegen.»

Schwelle von 500'000 Corona-Toten wohl im Februar erreicht

Biden hat die Amerikaner zudem auf eine weitere Verschlimmerung der Corona-Lage im Land eingestimmt. Wahrscheinlich werde die Zahl der Corona-Toten im Februar eine halbe Million erreichen, sagte Biden.

Die Pandemie stelle für die USA einen nationalen Notfall dar, sagte Biden. «Es ist an der Zeit, ihn auch als solchen zu behandeln.»

Niederlande verhängen nächtliche Ausgangssperre

Die Niederlande verhängen wegen anhaltend hoher Corona-Infektionszahlen eine nächtliche Ausgangssperre. Das Parlament stimmte dem umstrittenen Vorhaben von Ministerpräsident Mark Rutte am Donnerstagabend zu. Das Ausgangsverbot zwischen 21 und 04.30 Uhr tritt nach Regierungsangaben am Samstag in Kraft und soll bis mindestens 9. Februar gelten. Bei Verstössen droht eine Geldstrafe in Höhe von 95 Euro.

Damit verhängt das Land erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg eine Ausgangssperre. Rutte begründete den Schritt mit der «grossen, grossen Sorge, die wir alle haben», angesichts der deutlich ansteckenderen britischen Corona-Mutante. Der Vorstoss wurde unter anderem vom Rechtspopulisten Geert Wilders als «unverhältnismässig» kritisiert.

Leeres Wohngebiet im Norden Amsterdams. (18. Januar 2021)
Leeres Wohngebiet im Norden Amsterdams. (18. Januar 2021)
Foto: Ramon van Flymen (AFP)

Mitte Januar hatte die Regierung bereits den Lockdown, der eigentlich am 19. Januar enden sollte, bis 9. Februar verlängert. Schulen, Restaurants und alle nicht notwendigen Geschäfte sind geschlossen. Zudem ist es untersagt, mehr als einen Menschen in seiner Wohnung zu empfangen.

Die niederländische Regierung hatte Mitte Januar wegen eines Skandals um Kinderbeihilfen ihren Rücktritt erklärt. Bis zur Parlamentswahl am 17. März bleibt sie jedoch geschäftsführend im Amt.

Nordirland verlängert Lockdown bis 5. März

Die britische Provinz Nordirland verlängert den Lockdown wegen der Corona-Pandemie bis zum 5. März. Das entschied die Regionalregierung in Belfast am Donnerstag. «Wir haben Fortschritte gemacht, aber unser Krieg und Kampf gegen Covid ist noch nicht gewonnen», sagte Regierungschefin Arlene Foster. Die hart erkämpften Gewinne dürften nicht durch voreilige Lockerungen riskiert werden.

Zu den Massnahmen gehören die Schliessung von Schulen und nicht lebensnotwendigen Geschäften sowie weitreichende Ausgangs- und Reisebeschränkungen. Die Restriktionen sollen am 18. Februar überprüft werden. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass sie sogar bis Ostern in Kraft bleiben, wie die Zeitung «Belfast Telegraph» berichtete.

SDA/AFP/red

3540 Kommentare
    Pjotr Müller

    Zuerst eine höhere Ansteckungsquote, weil die Fallzahlen ähnlich wie bei uns im Oktober steil in die Höhe geschnellt sind. Und jetzt also Hinweise auf eine höhere Sterblichkeit, obwohl dies die logische Folge der höheren Ansteckungen ist – wie bei uns in der Folge der hohen Ansteckungszahlen zwischen dem ersten Oktober bis zum 5. November.

    In ein paar Wochen wird GB dann aufgrund der bereits seit dem 8. Januar sinkenden Fallzahlen auch bei der Sterblichkeit wieder Entwarnung geben.