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Coronavirus in der Schweiz+++ 1130 Neuinfektionen in der Schweiz +++ Zuger Kantonsspital zahlt 1,2 Millionen Franken Boni an Personal

Das BAG hat am Dienstag nach einer Panne die neuen Zahlen bekanntgegeben. 90 Prozent der Erkrankten weisen sechs Monate nach Ansteckung noch Antikörper auf. Schweizer News im Ticker.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Seit dem 18. Januar ist die Schweiz im zweiten Lockdown.

  • Ab dem 1. März dürfen Geschäfte sowie einige Kultur- und Freizeitinstitutionen wieder den Betrieb aufnehmen. Gastrobetriebe bleiben weiterhin geschlossen.

  • Die Zahlen zu den Corona-Mutationen aus Grossbritannien und Südafrika steigen rasch an. Dazu kommt eine neu entdeckte brasilianische Variante.

Hier geht es zu unserem Corona-Dashboard mit allen Zahlen.

Und hier gelangen Sie zur grossen Übersicht der Impfquoten in den Kantonen: So weit ist die Schweiz mit dem Impfen.

LIVE TICKER

Zuger Spital zahlt 1,2 Millionen Franken Boni an Personal

Das Zuger Kantonsspital zahlt seinen Mitarbeitenden für deren Einsatz während der Pandemie in den letzten zwölf Monaten einen Bonus. Pro Monat erhalten diese brutto je hundert Franken mehr, was das Spital insgesamt über 1 Million Franken kostet.

Insbesondere die erste Welle habe das Zuger Kantonsspital stark getroffen und sogar die Eröffnung einer zweiten Intensivstation erfordert, teilte das Spital am Dienstag mit. Dank dem Einsatz der Mitarbeitenden hätten mittlerweile fast alle verschobenen Eingriffe nachgeholt werden können.

Für die «ausserordentliche Leistung» erhält das Personal unabhängig vom Beschäftigungsgrad mit dem März-Lohn einen Corona-Bonus von bis zu 1200 Franken. Dies habe der Verwaltungsrat zusammen mit der Spitalleitung entschieden, hiess es auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Bei den rund 1000 Mitarbeitenden ergebe es eine Summe von rund 1,2 Millionen Franken.

Ermöglicht werde die Zahlung, weil sich die wirtschaftlichen Leistungen im Jahr 2020 trotz Pandemie auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr bewegten, heisst es in der Mitteilung. Bisher hat das Kantonsspital mehr als 450 Covid-19-Patientinnen und -Patienten stationär behandelt. Im Testcenter führte es über 40'000 Corona-Tests durch.

Das Zuger Kantonsspital von aussen.
Das Zuger Kantonsspital von aussen.
Foto: Screenshot www.zkgs.ch
Corona-Richtwerte im Check

Der Bundesrat stützt sich bei seinem Lockerungsentscheid auf vier Richtwerte. Wir prüfen diese täglich und zeigen, ob die Bedingungen für eine weitere Öffnung gegeben sind.

Wir liefern ein tägliches Update: Sind die Kriterien des Bundesrates für eine Öffnung erfüllt?

1130 Neuinfektionen in der Schweiz

Dem BAG sind innerhalb der letzten 24 Stunden 1130 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Gleichzeitig wurden 16 neue Todesfälle und 57 Spitaleinweisungen registriert. am Dienstag vor einer Woche waren es 1131 Fälle, 43 Spitaleinweisungen und 14 Tote.

Die Positivitätsrate für die vergangenen zwei Wochen lag bei 4,9 Prozent. Im gleichen Zeitraum wurden pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner 160,29 laborbestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet. Die Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele Personen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt, lag am 19. Februar bei 1,06.

Während einer Pressekonferenz sagte Virginie Masserey vom BAG über die Ansteckungen: «Wir beobachten eine Stagnation in der ganzen Schweiz». Hier gelangen Sie zum Ticker: Zahlen sinken nicht mehr, Läden wieder offen – das sagen die Expertinnen

Passanten am Tag der Wiedereröffnung der Schweizer Läden in Lausanne. (1. März 2021)
Passanten am Tag der Wiedereröffnung der Schweizer Läden in Lausanne. (1. März 2021)
Foto: Laurent Gillieron (Keystone)

Insgesamt wurden bis am Sonntagabend 971'850 Impfdosen an die Kantone und Liechtenstein ausgeliefert. Davon wurden 807'799 Dosen verabreicht. 259'793 Personen sind bereits vollständig geimpft. Seit Beginn der Pandemie wurden in der Schweiz und in Liechtenstein 5'109'623 Tests auf Sars-CoV-2 durchgeführt, den Erreger der Atemwegserkrankung Covid-19, wie das BAG weiter mitteilte. Insgesamt gab es 558'622 laborbestätigte Fälle von Ansteckungen mit dem Coronavirus.

Von den mutierten Varianten des Coronavirus sind in der Schweiz bisher 10'792 Fälle entdeckt worden. 3825 betrafen die britische Variante (B.1.1.7), 167 die südafrikanische (B.1.351) sowie sechs die brasilianische (P.1). 6794 Fälle konnten keiner Variante eindeutig zugewiesen werden. Das sind die vom BAG gemeldeten Gesamtzahlen im Zeitraum ab dem 8. Juni 2020.

23'556 Personen mussten bisher wegen einer Covid-19-Erkrankung im Spital behandelt werden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung belief sich auf 9303. Aufgrund der Kontakt-Rückverfolgung befanden sich laut Angaben des BAG 10'448 Menschen in Isolation und 17'029 Menschen in Quarantäne. Zusätzlich befanden sich 3206 Personen in Quarantäne, die aus einem Risikoland heimgekehrt waren.

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14-Tages-Inzidenz der Kantone:

132'243 neue Impfungen in den letzten 7 Tagen

Bis und mit Sonntag sind in der Schweiz innert Wochenfrist 132'243 Impfdosen gegen Covid-19 verabreicht worden. Dies geht aus den Angaben hervor, die das BAG am Dienstag auf seiner Website veröffentlichte.

Pro Tag wurden damit durchschnittlich 18'892 Impfungen durchgeführt. Im Vergleich zur Woche davor sank die Impfkadenz um 2 Prozent.

Insgesamt wurden bis Sonntag 807'799 Impfungen durchgeführt. Bislang sind 259'793 Personen vollständig geimpft, das heisst 3 Prozent der Bevölkerung haben bereits zwei Impfdosen erhalten. Bei 288'213 wurde bislang nur die Erstimpfung durchgeführt.

Bereits an die Kantone ausgeliefert, aber noch nicht eingesetzt sind momentan 164'051 Impfdosen. Zudem sind noch 192'225 Impfdosen beim Bund gelagert.

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90 Prozent weisen sechs Monate nach Ansteckung noch Antikörper auf

Eine Untersuchung in der Schweiz hat gezeigt, dass 90 Prozent der Covid-19-Erkrankten sechs Monate nach der Ansteckung noch Antikörper im Blut haben. Das bedeutet, dass diese Personen sechs Monate weitgehend immun gegen das Virus sind.

Die Studie stellte Milo Puhan, Direktor des Instituts für Epidemiologie, Biostatistik und Prävention der Universität Zürich, am Dienstag vor den Bundeshausmedien vor. An dem Forschungsprogramm sind 14 Schweizer Hochschulen beteiligt. Bei 15 Prozent seien jedoch keine Antikörper mehr nachgewiesen worden.

Im vergangenen Sommer war die Studie noch davon ausgegangen, dass eine Person nach einer Infektion mit dem Coronavirus rund 6 Monate immun ist.

Gestiegen ist auch die sogenannte Seroprävalenz in der Schweiz. Dieser Wert bezeichnet die Häufigkeit von Antikörpern in Blutproben. In der Waadt hätten schon 25 Prozent der Bevölkerung Antikörper gegen Covid-19, in Freiburg seien es 20 Prozent, in Bern 18 Prozent und in Basel-Stadt 13 Prozent.

Luzerner Arzt darf vorläufig nicht mehr praktizieren

Der Kanton Luzern hat einem Arzt, der sich gegen Corona-Schutzmassnahmen gestellt hatte, vorsorglich die Bewilligung entzogen. Er soll schwerwiegend die Berufspflichten seines Standes verletzt haben.

Über den vorläufigen Entzug der Praxisbewilligung berichteten verschiedene Medien. Der Kanton Luzern bestätigte am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA die Massnahme. Zu Details in laufenden Verfahren würden keine Auskünfte gegeben, erklärte ein Sprecher des Gesundheits- und Sozialdepartements.

Gemäss SRF wird dem Arzt aus Ebikon LU vorgeworfen, bei Behandlungen von Patientinnen und Patienten in seiner Praxis keine Schutzmaske getragen und Maskendispensationen auf schriftliche Anfrage hin ausgestellt zu haben. Zudem habe er mit unbelegten Aussagen zur Corona-Impfung die Bevölkerung unbegründet verängstigt.

Am Montagabend soll in der Stadt Luzern eine Solidaritätsdemonstration für den Arzt stattfinden. Die Luzerner Polizei bestätigte auf Anfrage, sie habe Kenntnis davon, dass anonym zu einer Kundgebung aufgerufen wurde.

Bund ruft Bevölkerung weiter zu Vorsicht auf

Der Bund hat die Bevölkerung am Montag trotz Lockerung der Corona-Massnahmen zur Vorsicht aufgerufen. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) passte seine Informationskampagne an und bittet die Bevölkerung darin, vorsichtig zu bleiben und die Hygieneregeln einzuhalten.

Auf dem Bundesplatz in Bern etwa wurde ein neues, weisses BAG-Plakat aufgestellt mit der Verhaltensregel «Danke, dass Sie weiterhin Abstand halten». Daneben soll die Bevölkerung der Kampagne zufolge weiterhin die Hände gründlich waschen, in der Öffentlichkeit eine Maske tragen und die Kontakte einschränken.

Ein Mitarbeiter des BAG stellt auf dem Bundesplatz in Bern ein neues, weisses BAG-Plakat mit der Verhaltensregel «Danke, dass Sie weiterhin Abstand halten» auf.
Ein Mitarbeiter des BAG stellt auf dem Bundesplatz in Bern ein neues, weisses BAG-Plakat mit der Verhaltensregel «Danke, dass Sie weiterhin Abstand halten» auf.
Foto: Peter Klaunzer (Keystone)

Mit der vorsichtigen, schrittweisen Öffnung wolle der Bundesrat dem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben wieder mehr Raum geben, teilte das BAG am Montag mit. Die epidemiologische Lage bleibe aber wegen der neuen, ansteckenderen Virusvarianten fragil. Es gelte, vorsichtig zu bleiben und die epidemiologische Entwicklung achtsam im Blick zu behalten.

Am Montag waren erste Lockerungen der Corona-Massnahmen in Kraft getreten. So dürfen sämtliche Läden wieder öffnen. Im Freien sind Treffen in grösseren Gruppen bis zu 15 Personen wieder erlaubt und gewisse sportliche Aktivitäten und Museumsbesuche wieder möglich. Zu blieben dagegen zunächst weiterhin Kinos, Casinos, Bars, Discos und Tanzlokale.

Glarner Restaurants werden temporär zu Kantinen

Glarner Restaurants können ab sofort über Mittag als Betriebskantinen fungieren: Die Regierung erlaubt ihnen, Berufsleute im Ausseneinsatz über die Mittagszeit zu bewirten.

Konkret können sich Berufsleute zwischen 11 und 14 Uhr in den Restaurants verpflegen. Die Restaurants müssen für diesen neuen Service eine Bewilligung beim Kanton einholen. Einzureichen sind die Gesuche beim kantonalen Arbeitsinspektorat, wie die Kantonsbehörden am Montag mitteilten.

Dürfen ab sofort Büezer verpflegen: Ein Restaurant im Kanton Glarus. (Archivbild)
Dürfen ab sofort Büezer verpflegen: Ein Restaurant im Kanton Glarus. (Archivbild)
Foto: Alessandro Della Bella (Keystone)
BAG meldet 2560 Fälle in 72 Stunden

Dem BAG sind innerhalb der letzten 72 Stunden 2560 neue Ansteckungen gemeldet worden. Am Montag vor einer Woche waren es 2449 Fälle, vor zwei Wochen 2480. Die Positivitätsrate beträgt 4,1 Prozent bei 62'822 neu gemeldeten Tests.

Es gab 83 neue Spitaleinweisungen und 16 Todesfälle. Zum Vergleich: Am Montag vor einer Woche wurden 84 Spitaleinweisungen und 26 Todesfälle gemeldet, vor zwei Wochen 99 Spitaleinweisungen und 40 Todesfälle.

Die Positivitätsrate für die vergangenen zwei Wochen lag bei 4,6 Prozent. Im gleichen Zeitraum wurden pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner 162,38 laborbestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet. Die Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele Personen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt, lag vor rund zehn Tagen bei 1,06.

Insgesamt wurden bis Samstagabend 932'375 Impfdosen an die Kantone und Liechtenstein ausgeliefert. Davon wurden 751'009 Dosen verabreicht. 221'259 Personen sind bereits vollständig geimpft. Seit Beginn der Pandemie wurden in der Schweiz und in Liechtenstein 5'088'223 Tests auf Sars-CoV-2 durchgeführt, den Erreger der Atemwegserkrankung Covid-19, wie das BAG weiter mitteilte. Insgesamt gab es 557'492 laborbestätigte Fälle.

Von den mutierten Varianten des Coronavirus sind in der Schweiz bisher 10'396 Fälle entdeckt worden. 3825 betrafen die britische Variante (B.1.1.7), 165 die südafrikanische (B.1.351) sowie sechs die brasilianische (P.1). 6400 Fälle konnten keiner Variante eindeutig zugewiesen werden.

23'499 Personen mussten bisher wegen einer Covid-19-Erkrankung im Spital behandelt werden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung belief sich auf 9287. Aufgrund der Kontakt-Rückverfolgung befanden sich nach Angaben des BAG 10'467 Menschen in Isolation und 17'042 Menschen in Quarantäne. Zusätzlich befanden sich 3188 Personen in Quarantäne, die aus einem Risikoland heimgekehrt waren.

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14-Tages-Inzidenz der Kantone:

Impfverzögerungen in Nidwalden

Nidwalden muss das Tempo seiner Impfkampagne gegen das Coronavirus drosseln. Wegen den Lieferengpässen könne die Impfung der Personen, die älter als 75 seien oder eine Vorerkrankung hätten, nicht wie gewünscht und nur verzögert fortgesetzt werden, teilte das Gesundheitsamt am Montag mit.

Dies führt dazu, dass die ganze Impfkampagne ins Stocken gerät. Für die Personengruppen, die sich nach den Betagten impfen lassen könnten, stünden zur Zeit keine Termine zur Verfügung, hiess es in der Mitteilung. Eine Online-Registrierung für einen Impftermin sei deswegen zur Zeit nicht möglich.

Die Impfkampagne in Nidwalden schreitet nicht im erhofften Tempo voran.
Die Impfkampagne in Nidwalden schreitet nicht im erhofften Tempo voran.
Foto: Urs Flüeler (Keystone/Archiv)

Das Gesundheitsamt bittet die breite Bevölkerung um Geduld. Immerhin konnte inzwischen allen impfwilligen Bewohnerinnen und Bewohner von Altersheimen die zweite Impfdosis gespritzt werden, wie es in der Mitteilung weiter hiess. Rund 80 Prozent dieser Personengruppe liess sich demnach gegen das Coronavirus impfen.

Parmelin: Schweigeminute am Freitag

Bundespräsident Guy Parmelin hat für den kommenden Freitag eine Schweigeminute für die Corona-Toten angekündigt. Am 5. März 2021 wird es genau ein Jahr her sein, seit dem das erste Opfer in der Schweiz am Coronavirus starb. Über 9000 Todesfälle folgten. So werden um 12 Uhr landesweit die Kirchenglocken erklingen und die Bevölkerung in stiller Andacht der Toten gedenken.

Kulturbranche verlangt klare Richtlinien

Der Kultursektor verlangt vom Bund klare Richtlinien im Hinblick auf eine mögliche Lockerung der Massnahmen gegen die Pandemie. Zudem müssten die Lücken bei den Unterstützungs- und Entschädigungsgeldern für das weitgehende Berufsverbot geschlossen werden.

Durch den Produktionsstau, die vielen Verschiebungen und die lange Vorlaufzeit für grössere Anlässe werde es selbst im Idealfall viele Monate bis zum Normalzustand dauern, schrieb die von der Kulturszene ins Leben gerufene Taskforce Culture am Sonntag.

Die Abläufe für die Auszahlung der Unterstützungsgelder müssten vereinfacht werden, damit das Geld rechtzeitig bei notleidenden Kulturschaffenden ankomme. Mehrere europäische Studien würden belegen, dass Kulturanlässe keine Infektionsherde seien.

Die Landesregierung müsse das Mögliche zulassen. Die Kriterien dafür müssten in den nächsten Tagen bekannt werden. Nur so gebe es Planungssicherheit. Die Öffnungen müssten darüber hinaus praxistauglich gestaltet werden. Ein Zwang zur Wiedereröffnung dürfe dabei nicht vorgegeben werden. Viele Kulturunternehmen könnten unter relativ restriktiven Bedingungen nicht kostendeckend wirtschaften.

Die Taskforce zeigt sich indessen pessimistisch: Die bundesrätliche Botschaft zum Covid-19-Gesetz ignoriere viele Forderungen des Kultursektors. Dazu gehörten unter anderem Verbesserungen beim Erwerbsersatz für Selbständige, der Zugang Freischaffender zu den Beihilfen oder eine besser taugliche Absicherung für Veranstalterinnen und Veranstalter.

Bundesrat Alain Berset wird auch von der Kulturbranche stark gefordert.
Bundesrat Alain Berset wird auch von der Kulturbranche stark gefordert.
Foto: Alessandro delle Valle (Keystone/Archiv)
Bundesrat verzichtet vorerst auf Gedenk-Tag für Opfer

Fast 10'000 Tote habe es im Land wegen Corona schon gegeben – und der Bundesrat schweige. Anders als bei früheren Tragödien und anders als das Ausland habe die Schweizer Landesregierung bisher auf einen Gedenkakt für die Opfer verzichtet, schreibt der «SonntagsBlick». Und das dürfe vorerst so bleiben. (Lesen Sie dazu unseren Artikel: Angehörige der Opfer kritisieren die Gleichgültigkeit in der Schweiz).

«Im Dezember diskutierte der Bundesrat an einer Sitzung darüber, ob und wie durch einen symbolischen Akt den Toten gedacht werden könnte. Das ist zwei Monate her. Ein Ergebnis der Sitzung wurde nie kommuniziert», heisst es weiter. Heute sagt Ursula Eggenberger, Sprecherin der Bundeskanzlei: «Der Bundesrat hat sich mit der Frage eines Gedenkanlasses befasst, die Bewältigung der fortwährenden Pandemie hat für ihn indes Priorität.»

In die Bresche springen wollen die Landeskirchen. Hinter den Kulissen würden sie Traueranlässe für die Ostertage vorbereiten. Wie diese genau daussehen werden, sei noch nicht klar. Die katholische Kirche wolle am 29. März in allen Bistümern Gedenken für die Opfer der Pandemie abhalten, wie Encarnación Berger-Lobato, Sprecherin der Schweizer Bischofskonferenz, gegenüber der Zeitung bestätigt.

Gedenken an die Corona-Toten: Aktivisten haben am vergangenen Sonntag 9200 Kerzen auf dem Bundesplatz in Bern gezündet.
Gedenken an die Corona-Toten: Aktivisten haben am vergangenen Sonntag 9200 Kerzen auf dem Bundesplatz in Bern gezündet.
Foto: Peter Schneider (Keystone, 21. Februar 2021)
Hotellerie rechnet mit grossen Verlusten in der Wintersaison

Trotz offener Skipisten rechnen die Schweizer Hotels auch für die Wintersaison mit grossen Verlusten. Nach Angaben von HotellerieSuisse erwarten die Betriebe schweizweit im Durchschnitt Umsatzeinbussen von einer Million Franken.

Ohne Dach und Wände: Das «Null Stern»-Hotelzimmer der Konzeptkünstler Frank und Patrik Riklin, aufgenommen in Lüsis oberhalb von Walenstadt in der Ferienregion Heidiland.
Ohne Dach und Wände: Das «Null Stern»-Hotelzimmer der Konzeptkünstler Frank und Patrik Riklin, aufgenommen in Lüsis oberhalb von Walenstadt in der Ferienregion Heidiland.
Foto: Gian Ehrenzeller (Keystone)

Die Stadthotels gingen von November bis April sogar von einem Verlust von über 1,5 Millionen Franken pro Betrieb aus, teilte HotellerieSuisse am Sonntag mit. Allein im Februar werde die Auslastung der Hotels in den grossen Städten auf 15 Prozent sinken – nach 50 Prozent im Jahr 2019.

Weniger Umsatz wegen Restaurantschliessung

In den Bergregionen sei der Rückgang dank der Sportferien weniger dramatisch und die Auslastung dürfte dort im diesem Monat im Durchschnitt bei rund 50 Prozent liegen, 7 Prozentpunkte weniger als vor Corona. Dazu kämen jedoch noch die Umsatzrückgänge wegen der behördlichen Schliessung der Hotelrestaurants für externe Gäste.

Ausserdem musste jedes dritte Hotel in der Schweiz im Februar komplett auf ausländische Gäste verzichten. 2019 hatten diese noch 40 Prozent der Logiernächte ausgemacht, in den grossen Städten sogar 70 Prozent.

Einbussen bis zu einer halben Million Franken

Gemäss HotellerieSuisse führten diese Faktoren im Februar für 66 Prozent der Betriebe zu Umsatzeinbussen von bis zu 250'000 Franken, für 11 Prozent von 250'000 bis zu 500'000 Franken. Wegen der geringeren Nachfrage hätten fast die Hälfte aller Hotels im Winter die Preise senken müssen. Und auch die Aussichten für die kommenden Monate seien nicht rosig.

HotellerieSuisse fordert deshalb für die Betriebe raschen Zugang zu den à-fonds-perdu-Beiträgen des Bundes. Ausserdem müssten die Maximalbeiträge für die Härtefallhilfen erhöht werden. Und parallel zur Impfstrategie brauche es in der Hotellerie kostenlose, flächendeckende und regelmässige Tests.

Kommission stimmt für Restaurant-Öffnung

Die Wirtschaftskommission des Nationalrats will die geschlossenen Restaurants am 22. März wieder öffnen. Bewerkstelligen möchte sie dies mit einer dringlichen Änderung des Covid-19-Gesetzes.

Neben den Restaurants sollen auch Kultur-, Unterhaltungs-, Freizeit- und Sportstätten wieder öffnen. Die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Nationalrats (WAK-N) nimmt damit mit 12 zu 11 Stimmen bei einer Enthaltung einen Antrag der nationalrätlichen Gesundheitskommission auf, wie die Parlamentsdienste mitteilen (mehr zum Thema: Jetzt pocht auch die Mitte auf Turbo-Lockerungen.)

Für die Kommissionsmehrheit erlaubt die epidemiologische Lage den Schritt. Es sei nicht mehr gerechtfertigt, das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben weiterhin auf Sparflamme zu halten.

Die Kommissionsminderheit lehnt eine Festlegung des Datums im Covid-19-Gesetz ab. Das schränke den Spielraum des Bundesrats ein, flexibel auf neue Entwicklungen der Pandemie zu reagieren. Das Parlament berät die Gesetzesrevision in der Frühlingssession.

Durchgeimpfte Altersheime lockern Massnahmen

Die Fortschritte beim Impfen führen dazu, dass erste Altersheime ihre Massnahmen lockern, schreibt die «NZZ». Im Kanton Zug dürfen Heimbewohner wieder gemeinsam mit Besuchern essen und eine Quarantäne nach Ausflügen ist nicht mehr nötig. In Basel-Land sind ab 1. März Besuche wieder möglich, der Kanton Freiburg lässt ebenfalls gemeinsame Mahlzeiten mit Besuchern zu.

Die Kantone sind sehr unterschiedlich weit, was das Impfen angeht. Schwyz, Basel-Land, Solothurn und Zug haben alle impfwilligen Alters- und Pflegeheimbewohner bereits zweimal geimpft. In Bern und Zürich dauert es wohl noch einen Monat, bis es soweit ist.

Infrastruktur und Logistik, aber auch die Strategie beeinflussen die Impfgeschwindigkeit: Manche Kantone führen möglichst viele Erstimpfungen durch, andere halten Dosen für die Zweitimpfung zurück. Allerdings sorgt auch der Verteilschlüssel des Bundes für Verzögerungen. Die Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli sagt im Interview, dass der Kanton weniger Dosen erhält, weil die Bevölkerung jünger ist.

Übersicht zu den Impf-Quoten: So weit ist die Schweiz mit dem Impfen

200 demonstrieren in Genf gegen Einschränkungen

Zwischen 150 und 200 Menschen haben am Freitagabend in Genf bei einer nicht genehmigten Kundgebung gegen die pandemiebedingten Einschränkungen protestiert. Es kam zu mehreren Festnahmen.

Fast alle ohne Masken, versuchten die Demonstranten schnell zu den Standorten der Genfer Behörden zu marschieren. Die Polizei reagierte rasch, errichtete eine Absperrung und zwang die Demonstranten zurück auf den Platz, wo sie sich versammelt hatten. In der Nähe war sogar ein Park gesperrt worden, um die Ausbreitung der Versammlung zu verhindern.

«Ist das Freiheit? Schämt euch!», rief eine Frau mit einem Kind im Arm den Sicherheitskräften zu. Beleidigungen gegen die Polizei ertönten – von «Kollaborateure» bis «Gestapo», einige mit rassistischen Untertönen. Schilder prangerten eine «Diktatur» unter dem Deckmantel des Coronavirus an. «Hört auf, unsere Bistros zu töten», rief ein Demonstrant.

Corona-Demo: Die Genfer Polizei hat mehrere Personen festgenommen.
Corona-Demo: Die Genfer Polizei hat mehrere Personen festgenommen.
Foto: Salvatore Di Nolfi (Keystone/26. Februar 2021)

Nach einer Weile begann die Polizei Personenkontrollen durchzuführen. Obwohl es Dutzenden von Demonstranten gelang, aus der Polizeiabsperrung herauszukommen, umzingelte die Polizei die lautstärkeren. Widerspenstige Demonstranten wurden festgenommen, darunter auch einer, der von der Motorradeinheit eingeholt wurde. Es dauerte etwas mehr als eine Stunde, bis der Platz geräumt war. Der Verkehr rund um das Gelände wurde unterbrochen und dann wieder aufgenommen.

Roche-Test erhält Genehmigung in Deutschland

Der Corona-Antigen-Schnelltest von Roche hat in Deutschland eine Sondergenehmigung für den Einsatz als Selbsttest erhalten. Damit könnten Patienten einen Corona-Test mittels eines einfachen Nasenstäbchens zuhause durchführen, wie einer Mitteilung des Pharmakonzerns vom Freitagabend zu entnehmen ist.

Beim Schnelltest handle sich um einen verlässlichen Test für die qualitative Entdeckung spezifischer SARS-Cov-2 Antigene, heisst es weiter. Der Test verwendet laut den Angaben Proben von der vorderen Partie der Nase statt aus dem Nasenrachenraum, was zu einer einfacheren und bequemeren Probenentnahme führe. Die Resultate seien nach lediglich 15 Minuten bereit. Der Test werde in Apotheken ohne Rezept erhältlich sein, schreibt Roche.

Resultate nach einer Viertelstunde bereit: Eine Schachtel SARS-CoV-2 Rapid Antigen Test von Roche.
Resultate nach einer Viertelstunde bereit: Eine Schachtel SARS-CoV-2 Rapid Antigen Test von Roche.
Foto: Gaetan Bally (Keystone/Archiv)
Bisher 95 ernste Nebenwirkungen nach Impfungen

Bisher sind beim Schweizerischen Heilmittelinstitut Swissmedic nach Impfungen gegen das Coronavirus 95 Meldungen über schwerwiegende Nebenwirkungen eingegangen. 16 Personen starben «in unterschiedlichem zeitlichen Abstand zur Impfung». Aber konkrete Hinweise, dass diese die Ursache für den Todesfall gewesen wäre, gebe es keine.

Die Todesfälle seien «besonders sorgfältig analysiert» worden, teilte Swissmedic am Freitag mit. Die Verstorbenen seien im Durchschnitt 86 Jahre alt gewesen und hätten mehrheitlich unter schweren Vorerkrankungen gelitten. Nach jetzigem Kenntnisstand hätten diese Erkrankungen zum Tod geführt.

Nach rund 750'000 verabreichten Impfdosen gingen bei Swissmedic bis am vergangenen Mittwoch 363 Meldungen über «unerwünschte Arzneimittelwirkungen im Zusammenhang mit Covid-19-Impfungen» ein. 199 betrafen den Impfstoff von Pfizer/Biontech, 154 denjenigen von Moderna. In rund Zweidrittel der Fälle waren Frauen betroffen, bei rund 45 Prozent waren die Personen älter als 75-jährig.

Rund einen Viertel der Meldungen stufte Swissmedic als schwerwiegend ein. Das heisst, dass die betroffenen Personen entweder im Spital behandelt werden mussten oder die Reaktionen aus anderen Gründen «als medizinisch bedeutsam eingeordnet» wurden. Die häufigsten dieser Reaktionen waren Gürtelrose (Herpes Zoster), Fieber, Kopfschmerzen, eine Covid-19-Erkrankung oder allergische Reaktionen.

Auffällige Hautreaktionen

Dreiviertel der Meldungen waren nicht schwerwiegend und betrafen Rötungen, Juckreiz, Schmerzen oder Schwellungen an der Injektionsstelle, Kopfschmerzen, Fieber oder Schüttelfrost. Als «auffällig» bezeichnet Swissmedic Berichte über verzögert auftretende Hautreaktionen am geimpften Arm, vor allem beim Impfstoff von Moderna.

Am positiven Nutzen-Risiko-Profil änderten die Meldungen über unerwünschte Nebenwirkungen gemäss Swissmedic nichts. Nicht gemeldet werden müssen die bekannten, nicht-schwerwiegenden und sehr häufigen Reaktionen wie Schmerzen und Schwellungen an der Injektionsstelle, Müdigkeit, Schüttelfrost, Fieber sowie Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen.

Impfungen gegen Covid-19 können zu Nebenwirkungen führen.
Impfungen gegen Covid-19 können zu Nebenwirkungen führen.
Foto: Keystone (Symbolbild)
BAG meldet 1065 Neuinfektionen

Dem BAG sind innerhalb der letzten 24 Stunden 1065 neue Ansteckungen gemeldet worden. Am Freitag vor einer Woche waren es 1021 Fälle, vor zwei Wochen 1253. Die Positivitätsrate beträgt 3,6 Prozent bei 29'915 neu gemeldeten Tests.

Es gab 45 neue Spitaleinweisungen und acht Todesfälle. Zum Vergleich: Am Freitag vor einer Woche wurden 54 Spitaleinweisungen und 10 Todesfälle gemeldet, vor zwei Wochen 93 Spitaleinweisungen und 31 Todesfälle.

Die Positivitätsrate für die vergangenen zwei Wochen lag bei 4,7 Prozent. Im gleichen Zeitraum wurden pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner 159,78 laborbestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet. Die Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele Personen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt, lag vor rund zehn Tagen bei 1,01.

Insgesamt wurden bis vorgestern Abend 932'375 Impfdosen an die Kantone und Liechtenstein ausgeliefert. Davon wurden 751'009 Dosen verabreicht. 221'259 Personen sind bereits vollständig geimpft.

Von den mutierten Varianten des Coronavirus sind in der Schweiz bisher 9543 Fälle entdeckt worden. 3492 betrafen die britische Variante (B.1.1.7), 144 die südafrikanische (B.1.351) sowie sechs die brasilianische (P.1). 5901 Fälle konnten keiner Variante eindeutig zugewiesen werden.

Seit Beginn der Pandemie gab es 554'932 laborbestätigte Fälle von Ansteckungen mit dem Coronavirus. 23'416 Personen mussten bisher wegen einer Corona-Erkrankung im Spital behandelt werden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Erkrankung belief sich auf 9271.

Aufgrund der Kontakt-Rückverfolgung befinden sich laut Angaben des BAG 10'274 Menschen in Isolation und 16'831 Menschen in Quarantäne. Zusätzlich befinden sich 2964 Personen in Quarantäne, die aus einem Risikoland heimgekehrt waren.

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sda/reuters/red

5872 Kommentare
    Hans Meier

    Bravo, aber bitte an das Personal und nicht das Management! Im Vergleich mit den Löhnen der Staatsangestellten ist das Pflegepersonal noch massiv im Hintertreffen!