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300 Gäste müssen in QuarantäneCorona-Fall im Berner Club Kapitel

Ein Gast, der am Samstag im Berner Kapitel war, wurde positiv auf Covid-19 getestet. Das hat Folgen für alle anderen Gäste.

Trotz Corona-Fall bleibt der Berner Club Kapitel dieses Wochenende geöffnet.
Trotz Corona-Fall bleibt der Berner Club Kapitel dieses Wochenende geöffnet.
Foto: Franziska Scheidegger

305 Personen, die letzten Samstag ihren Ausgang im Club Kapitel im Berner Bollwerk verbracht haben, müssen nun für zehn Tage in Quarantäne. Dies, weil ein Gast nach der Partynacht letzten Samstag positiv auf Covid-19 getestet worden ist. Dies teilte die bernische Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion gestern mit. Die ersten Symptome entwickelten sich bei der erkrankten Person 48 Stunden nach dem Diskothekenbesuch.

Die Clubbetreiber sind vom Kantonsarztamt über das positive Testergebnis informiert worden. Mithilfe der Gästeliste vom vergangenen Samstag sind die übrigen Partygäste in Quarantäne geschickt worden. Die betroffenen Personen werden durch das Contact-Tracing-Team des Kantons während der Quarantänezeit betreut.

Die Quarantäneregeln sehen vor, dass sich Personen, die sich mit dem Virus infiziert haben könnten, während 10 Tagen das Haus oder die Wohnung nicht verlassen dürfen.

Tests bleiben freiwillig

Laut Gesundheitsdirektion kann ein Test nicht angeordnet werden. Personen, die während der Quarantänezeit Symptome entwickeln, sollten sich aber unbedingt testen lassen. Man zähle dazu auf die Eigenverantwortung.

Bei einer Ansteckung am vergangenen Wochenende sind laut den Behörden für potenziell infizierte Personen die ersten Anzeichen nach fünf bis sieben Tagen erkennbar – also genau über dieses Wochenende. Die betroffenen Personen werden deshalb gebeten, in den kommenden Tagen genau auf ihren Gesundheitszustand zu achten. Bei Symptomen müsse sofort der Hausarzt oder der Spitalnotfall kontaktiert werden.

Clubbetreiber: «Schutzkonzept funktioniert»

Der Kanton will nun die Ansteckungsketten durch Contact-Tracing präzise verfolgen. «Wir konnten dem Kanton umgehend eine Liste mit den Handynummern und Adressen der Besucher übergeben», sagt Kapitel-Mitinhaber Diego Dahinden dem «Bund». Laut Dahinden sind die Personendaten der Gäste – wie kürzlich vom Regierungsrat verordnet – mit dem Vorzeigen einer Identitätskarte validiert worden. «Der Fall hat uns gezeigt, dass unser Schutzkonzept funktioniert», so Dahinden. Das Kapitel bleibe deshalb weiterhin geöffnet. «Im Prinzip muss jeder Kulturbetrieb mit einem solchen Fall rechnen.»

Dahinden glaubt zudem nicht, dass durch den Corona-Fall in seinem Club nun die Gäste ausbleiben: «Die Teilnahme am kulturellen Leben ist für die Bevölkerung wichtig, daher werden die Menschen auch weiterhin Veranstaltungen besuchen.»

9 Kommentare
    Henri

    Von diesem Klub kam doch vor ein paar Wochen diese illegale Party, welche eine Nacht lang ganz Bern beschallte. Ich bezweifle, dass man dort wirklich ein Schutzkonzept einhält. Der Ausbruch der Seuche gerade da erstaunt daher kaum.