Zuerst verschlafen und dann zu spät reagiert

Die SCL Tigers verlieren in Lausanne 3:4 – es handelt sich um die dritte Meisterschaftsniederlage de suite.

Auch Harri Pesonen (rechts) konnte die Langnauer Niederlage nicht verhindern.

Auch Harri Pesonen (rechts) konnte die Langnauer Niederlage nicht verhindern.

(Bild: Keystone)

Marco Oppliger@BernerZeitung

Als alles vorbei ist, entladen sich die Emotionen doch noch. Relativ gesittet ging es zuvor zwischen Lausannern und Langnauern zu und her. Doch dann sucht LHC-Provokateur Robin Grossmann den Tigers-Hitzkopf Chris DiDomenico – so wie er das im Frühjahr während des Playoff-Viertelfinals öfters tat. Und seine Aktion ist von Erfolg gekrönt. Doch nach einem kurzen Gerangel gehen die Heisssporne wieder ihrer Wege.

3:4 unterliegen die SCL Tigers in Lausanne. Doch das knappe Resultat täuscht: Weil ihnen der erste Auftritt in der neuen, schmucken Vaudoise-Arena während 40 Minuten missriet.

Bereits im Startdrittel gerieten sie 0:3 in Rückstand, hatten dem forschen Tempo der Waadtländer nichts entgegenzusetzen. Fünfmal hatten die SCL Tigers in Serie gewonnen – der letzte Erfolg allerdings ist bereits zwei Wochen alt. Neben dem Out im Cup kassierten sie nun in der Meisterschaft die dritte Niederlage de suite.

Erni ist zurück und trifft

Als die SCL Tigers am 23. März zum vorletzten Mal in Lausanne gastiert hatten, endete das im Debakel. Die «Belle» im Playoff-Viertelfinal verloren sie bekanntlich sang- und klanglos 1:8 – allerdings brachen damals die Dämme erst zur Spielhälfte. Gestern waren etwas mehr als 13 Minuten gespielt, als die Zeichen bereits sehr auf eine Niederlage der SCL Tigers standen.

Claudio Cadonau musste nach einem Crosscheck auf die Strafbank, auf der bereits Raphael Kuonen sass. Lausanne benötigte dann in doppelter Überzahl lediglich 13 Sekunden, bis Jonas Junland wuchtig zum 3:0 traf. Zuvor hatte Joël Vermin Nolan Diem zur Slalomstange degradiert und dann auch Damiano Ciaccio keine Chance gelassen (3.), sowie Josh Jooris einen Schuss Petteri Lindbohms noch entscheidend abgelenkt (7.).

Apropos Ciaccio: Der Langnauer Torhüter konnte einem leid tun. Er hatte bis zu diesem Zeitpunkt kaum einen Schuss pariert, doch traf ihn bei keinem der drei Gegentore eine Schuld. Nur wird das dem Selbstvertrauen des Romands kaum zuträglich sein. Sieben Meisterschaftspartien absolvierte er in dieser Saison, sieben Mal verloren die SCL Tigers dabei.

Immerhin: Im letzten Drittel zeigten die Gäste eine Reaktion – bedingt auch durch den Umstand, dass die Waadtländer den Fuss etwas vom Gas nahmen. DiDomenico und Pascal Berger verkürzten binnen 119 Sekunden mittels Ablenkern auf 2:4.

Schöne Randnotiz dabei: Beim Tor Bergers assistierte Samuel Erni mit seinem Schuss, der Verteidiger gab nach überstandener Gehirnerschütterung und über einem Monat Pause sein Comeback.

Und es sollte für ihn noch besser kommen: 24 Sekunden vor der Schlusssirene traf er gar zum 3:4, es handelte sich um sein erstes Saisontor. Nur half das dem Team nicht mehr – weil die Reaktion der Langnauer schlicht zu spät kam.

Blaser musste ins Spital

Noch mehr schmerzen als die Niederlage dürfte die SCL Tigers der neuerliche Ausfall von Yannick Blaser. Der Verteidiger warf sich in der 38. Minute in einen Schuss von Lindbohm, wobei ihn der Puck unglücklich seitlich oberhalb der Hosen traf. Blaser begab sich sofort in die Garderobe. Weil er Blut spucken musste, wurde er danach ins Spital abtransportiert.

«Das erste Drittel war nicht gut, das zweite schon besser. Und im dritten kamen wir gut aus der Garderobe, da müssen wir anknüpfen», meinte Sebastian Schilt. Heute empfangen die SCL Tigers in der ausverkauften Ilfishalle Ambri-Piotta. Der Verteidiger liegt gewiss nicht falsch, wenn er sagt. «Da müssen wir von Anfang an bereit sein und ihnen unser Spiel aufzwingen.»

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