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«Unsere Volksschule ist stark aufgestellt und kann das meistern»

Berns Bildungsdirektorin Franziska Teuscher geht davon aus, dass die Schliessung der Kitas nur eine Frage der Zeit ist.

Gemeinderätin und Bildungsdirektorin Franziska Teuscher erwartet, dass sich das Durcheinander nach den ersten Tagen legt.
Gemeinderätin und Bildungsdirektorin Franziska Teuscher erwartet, dass sich das Durcheinander nach den ersten Tagen legt.
Adrian Moser

Frau Teuscher, müssen die Stadtberner Schülerinnen und Schüler am Montag in der Schule noch Schulmaterial abholen?

Ich kann mir gut vorstellen, dass die Schülerinnen und Schüler in den nächsten Tagen noch gewisses Material, zum Beispiel ihr Tablet, abholen, das wird aber geordnet und gestaffelt erfolgen, um grosse Gruppen zu vermeiden. Alle Eltern wurden übers Wochenende über die Schulschliessung und das Betreuungsangebot im Fall von Notsituationen informiert.

Kann man sein Kind in die Schule schicken, wenn man keine Betreuungsmöglichkeit hat?

Grundsätzlich ist die Schule zu. Aber es werden am Montag Lehrerinnen und Lehrer vor Ort sein, damit kein Kind verloren ist. Sie werden als Notlösung die Betreuung übernehmen, bis die Eltern etwa mit dem Arbeitgeber eine Lösung gefunden haben. Am Montag und am Dienstag wird vielleicht noch ein wenig ein Durcheinander herrschen, aber ich spüre, dass die sozialen Netze in der Stadt tragen und Eltern auch füreinander einspringen.

Sind die Lehrerinnen und Lehrer verpflichtet, am Montag in die Schule zu gehen?

Alle, die gesund sind und nicht zu einer Risikogruppe gehören, werden vor Ort sein. So können sie sich um die Kinder ihrer Klasse kümmern, die noch keine Betreuung haben. Einige werden Betreuungsaufgaben übernehmen. Das regeln wir nun Schritt für Schritt.

Und die Eltern müssen sich darum kümmern, dass das Kind zu Hause lernt?

Es wird natürlich nicht dasselbe sein wie das Lernen in der Schule. Aber die Lehrkräfte werden Inputs oder Aufträge geben, und vielleicht sind die Eltern ganz froh, wenn das Kind eine Beschäftigung hat. Schülerinnen und Schüler ab der 7. Klasse sollten fähig sein, solche Aufträge selbstständig zu erledigen, Selbstkompetenz ist schliesslich auch an der Schule ein Thema. Jetzt kann man sie üben.

Gewisse Eltern sind bereit, einige Kinder privat zu unterrichten. Eine gute Idee?

Grundsätzlich freuen mich solche Initiativen, weil sie gesellschaftliche Solidarität und privates Mitdenken zeigen. Ich finde aber und bin überzeugt, dass unsere Volksschule personell und technisch so stark aufgestellt ist, dass sie auch solche Ausnahmesituationen wie die aktuelle meistern kann. Sollten private Unterrichtsangebote ergänzend dazu sinnvoll sein, so sollten sie meiner Ansicht nach sicher geprüft werden.

In Bremgarten schliessen auch die Kitas. Droht das in Bern ebenfalls?

Die Kitas und Tagis der Stadt Bern sind derzeit aufgrund der aktuellen Beschlüsse von Bundesrat und Regierungsrat noch offen. Ich gehe aber angesichts der rasanten Entwicklung davon aus, dass auch in diesem Bereich Änderungen bald unumgänglich sind.

Gibt es Überlegungen, aufgrund des jetzigen Schulausfalls die Sommerferien zu kürzen?

Unsere Überlegungen und Kräfte konzentrieren sich auf die Bewältigung der aktuellen Not- und Ausnahmesituation. Wir alle wissen nicht, wie lange sich diese hinziehen wird.

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