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Nach umstrittenem TweetFDP-Nationalräte fordern Parteiausschluss von Christine Kohli

Die FDP-Politikerin Christine Kohli hat letzte Woche getwittert, das Volk könnte den Bundesrat «lynchen». Der Berner Nationalrätin Christa Markwalder und ihrem Kollegen Christian Wasserfallen geht das zu weit.

Für Christa Markwalder geht die FDP-Parteileitung nach dem Tweet von Christine Kohli zu wenig weit: Sie fordert den Parteiausschluss Kohlis.
Für Christa Markwalder geht die FDP-Parteileitung nach dem Tweet von Christine Kohli zu wenig weit: Sie fordert den Parteiausschluss Kohlis.
Foto: Adrian Moser

Für FDP-Nationalrätin Christa Markwalder ist ihre Parteikollegin Christine Kohli nicht mehr tragbar. Per Twitter fordert sie, dass diese aus der Partei ausgeschlossen wird. Ebenso sieht das ihr Partei- und Amtskollege Christian Wasserfallen. Dies, nachdem Kohli vergangene Woche geschrieben hat: «Ich glaube, die dritte Welle wird nicht Corona sein, sondern das Volk, das vors Bundeshaus zieht und den Bundesrat lyncht.» Es ist nicht das erste Mal, dass Kohli mit umstrittenen Äusserungen von sich reden macht.

Der umstrittene Tweet von Christine Kohli.
Der umstrittene Tweet von Christine Kohli.
Foto: Screenshot Twitter

Der letzte Tweet der Marketing- und Kommunikationsfachfrau Kohli, die im Vorstand der FDP-Sektion Kiesental sitzt, sorgte erneut für Aufsehen und Kritik, auch innerhalb der Partei (lesen Sie hier mehr dazu). Stephan Lack, Präsident der FDP Kanton Bern, hat in einer schriftlichen Stellungnahme festgehalten, er distanziere sich in aller Form von solchen Aussagen, die nicht dem Stil der Partei entsprechen würden.

Am Montag reagiert auch Wasserfallen

Für die Berner FDP-Nationalrätin Christa Markwalder war die Reaktion ihrer Partei letzte Woche offenbar nicht deutlich genug. Auf einen Tweet des Berner Schriftstellers Jürg Halter, der die Partei für die zurückhaltende Kritik nach Kohlis Tweet scharf kritisierte und schrieb, Kohli müsste nach solchen Aussagen «hochkant» aus der Partei geworfen werden, antwortete Markwalder, sie sei damit «sehr einverstanden».

Foto: Screenshot Twitter

Am Montagnachmittag hat sich auf Twitter dann auch Wasserfallen der Forderung Markwalders angeschlossen. Er fordert einen «Schlussstrich». «Solche Aussagen toleriere ich nicht. Wir haben einen Rechtsstaat und keine Lynchjustiz», schreibt er.

Foto: Screenshot Twitter

Markwalder und Wasserfallen sind die ersten bekannten FDP-Politiker, die sich der Forderung eines Parteiausschlusses Kohlis anschliessen. Damit kritisieren sie auch die Reaktion der FDP-Parteileitung, die sich gegen eine Sanktionierung ausgesprochen hat. Ähnlich deutliche Worte haben bereits letzte Woche die Jungfreisinnigen gefunden. Wer Volksaufstände auch nur in Erwägung ziehe, sei in einer demokratischen Partei am falschen Ort, sagte Vizepräsident Loris Urwyler. «Frau Kohli sollte sich eine neue politische Heimat suchen.»

Parteipräsident Lack sagte am Montag, er nehme die Entgleisung Kohlis ernst und es sei mit raschen Konsequenzen zu rechnen.

30 Kommentare
    P.G

    So etwas kann man sich nicht vorstellen

    Die Frau wurde von jemandem gewählt wie denken die?