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Scharfe Kritik des Inselspitals am «Nichtentscheid»

Die Insel behält wie erwartet das Herztransplantationszentrum. Die Pläne für die Protonentherapie sollen weiterverfolgt werden.

In Sachen Spitzenmedizin am Berner Inselspital bleibt es beim Status quo. Die Schweizerische Gesundheitsdirektorenkonferenz hat entschieden, dass Herztransplantationen weiterhin ausgeführt werden. Dies war erwartet worden. Die Konferenz erteilte jedoch den Plänen für die Protonentherapie in Bern eine zumindest vorläufige Absage. Bern erhält also nicht alles, was das Herz begehrt.

Andreas Tobler, ärztlicher Direktor des Inselspitals, spricht von einem «Nichtentscheid» und ist gelinde gesagt enttäuscht: «Das ist eine Bankrotterklärung für ein Beschlussorgan. Der Berg hat nicht einmal eine Maus geboren.» Ende 2013 werde das gleiche Spiel weitergehen, vermutet er. Paul Mohacsi, Leitender Arzt der Herztransplantation in Bern, kritisiert, dass man trotz klaren Empfehlungen des Fachorgans nicht entschieden habe. «Das ist peinlich und nicht nachvollziehbar.» Bern sei als Zentrum gesetzt, denn Bern habe das erfahrenste Team und im Vergleich mit Lausanne und Zürich die besten Ergebnisse vorzuweisen. Bis Ende 2013 werde sich kaum etwas ändern. Die Daten der nächsten Jahre, auf die sich das Beschlussorgan abstützen wolle, seien zu wenig aussagekräftig. «Entscheidend sind die Langzeitresultate. Bei der Protonentherapie ist Tobler überzeugt, dass das Angebot am Paul-Scherrer-Institut nicht ausreichen wird. «Ein zweites Zentrum wird nötig sein.» Die Pläne für das nationale klinische Protonentherapiezentrum mit Standort Bern mit geschätzten Kosten von 100 Millionen Franken werden darum weiterverfolgt. Das Zentrum werde auch von Basel, Genf und Lausanne unterstützt. «Es gibt keinen Grund, das infrage zu stellen.»

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