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Kommentar: Wie schwierig es ist, offen darüber zu reden

Wer verunfallt oder körperlich erkrankt, kann mit Mitleid und Zuspruch rechnen. Wer dagegen psychisch krank wird, riskiert noch immer, stigmatisiert zu werden.

Die Vereinigung der Angehörigen von Schizophreniekranken versucht deshalb seit Jahren, durch Aufklärungsarbeit der Stigmatisierung von psychisch Kranken entgegenzuwirken. Dass das nicht einfach ist, zeigt die Entstehungsgeschichte dieses «Bund»-Beitrags.

Der 40-jährige M., der an Schizophrenie leidet, war ausdrücklich bereit, offen und mit vollem Namen über sein Leiden, seine Grenzerfahrungen, seine Gefühle, seine Ängste und seine Hoffnungen zu reden – denn: Wenn er sich schon wünsche, dass man ihm «normal» begegne, erkannte er, müsse auch er wohl bereit sein, den andern «normal» zu begegnen. Beim Gegenlesen des Artikels, gegen den er inhaltlich nichts einzuwenden hatte, kamen ihm aber Zweifel. Er und seine Familie wünschten nun, anonym zu bleiben. Die Mutter von M. begründete es in einem Brief eindrücklich. «Ich denke, es ist für Schizophreniekranke und für andere psychisch Kranke sehr wichtig», schrieb sie, «Anrecht auf eine Schutzzone zu haben, um durch ein allzu sorgloses Offenlegen ihrer Privatsphäre nicht in die gefährliche Grauzone eines möglichen Absturzes zu gelangen.»

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