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Kommentar: Stöcklis grosser Schatten

Sein Regime hatte etwas Autokratisches, es kam aber nie der Verdacht auf, Stöckli handle aus Eigennutz.

In den letzten 20 Jahren regierte Hans Stöckli in Biel fast uneingeschränkt. Im Gemeinderat dominierte er spätestens seit dem Abgang des ehemaligen Baudirektors Ueli Haag alle grossen Geschäfte. Der Stadtrat konnte oft nicht viel mehr tun, als Stöcklis Projekte abzunicken. Und das Volk hatte Stöckli sowieso in der Tasche. Er versprach ihm den Fortschritt und wollte dafür nicht einmal die Steuern erhöhen. Sein Regime hatte etwas Autokratisches, es kam aber nie der Verdacht auf, Stöckli handle aus Eigennutz. Mit schier übermenschlicher Energie trieb er Projekte voran und setzte sich unermüdlich für seine Stadt ein, die nach der Uhrenkrise viele schon abgeschrieben hatten.

Wenn es jetzt um die Nachfolge des Stadtpräsidenten geht, wird klar, wie wenig in Stöcklis Schatten gedeihen konnte. Er selber erwähnte gestern Guido Müller, der Biel in ähnlicher Weise während 26 Jahren dominiert und seine Partei danach in eine tiefe Krise gestürzt hatte. Ganz so schlimm wird es diesmal wohl nicht werden. Doch eine grosse Auswahl profilierter Kandidatinnen und Kandidaten hat die SP nicht zu bieten. Weil solche auch auf bürgerlicher Seite dünn gesät sind, besteht die Möglichkeit, dass aus dem roten ein grünes Biel wird. Gemeinderätin Barbara Schwickert hat in ihrer langen Laufbahn gezeigt, was sie kann, und sie steht politisch – ähnlich wie Stöckli – unweit der Mitte.

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