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«Auch die Lawine fängt klein an.»

Im Profil: Dante Rubli (46) fertigt vergoldete Modelle von legendären Sportwagen für Superreiche an.

«Ich bin gelernter Karosseriespengler, aufgewachsen bin ich im Tscharnergut. 1984 war ich Schweizer Meister und habe dann die Schweiz an den Berufsweltmeisterschaften in Osaka vertreten und dort den 5. Platz erreicht. Vor rund zwanzig Jahren habe ich mich mit meiner Firma Design by Dante in Frauenkappelen selbstständig gemacht. Ich habe Möbelstücke aus Recyclingmaterial entworfen, Designerlampen hergestellt sowie Läden und Restaurants eingerichtet. Dante ist mein richtiger Vorname, ich bin italienischer Abstammung. Mein Vater heisst auch Dante, mit Literatur habe ich aber nichts zu tun. Meine grosse Leidenschaft ist jedoch die Restauration von klassischen Autos. 1996 wurde ich damit beauftragt, den schnellsten Kombi der Welt zu bauen. Das Resultat, der Aston Martin V8 Shooting Brake, steht jetzt im Verkehrshaus in Luzern.

Nun stelle ich Autoskulpturen aus Stahl her, die mit Gold, Silber oder Platin beschichtet sind. Die Modelle bilden die Form massstabgetreu aus einem Stahlgerippe nach. Angefangen hat es so: Ich hatte einen Mercedes 300 SL Gullwing, das ist der mit den Flügeltüren, in der Werkstatt. Die Karosserie war aus Aluminium und komplett verbeult, sodass sie nicht mehr zu retten war. Nach den Originalplänen von Mercedes habe ich das Auto wieder aufgebaut. Dabei ist die Idee für die detailgetreuen Skulpturen entstanden. Der 300 SL im Massstab 1:2 mit Weissgoldauflage kostet 600 000 Franken, die Nachbildung 1:1 kommt auf 1,5 Millionen Franken zu stehen. Wir machen auch Modelle 1:4 für 150 000 Franken. Mit meinen Skulpturen verbinde ich Handwerk und Design.»

«Wir haben unsere Modelle letztes Jahr und dieses Jahr an der Top Marques, einer Ausstellung für Supercars, in Monte Carlo präsentiert. 2010 hat Roger Moore unser neues Modell, einen Aston Martin DB5, enthüllt. Auch Prinz Albert II. und Modedesigner Kenzo kamen am Stand vorbei. Wir wollen einzigartig sein auf der Welt und uns einen Namen machen. Unsere Kunden sind Superreiche, zum Beispiel in Russland oder im arabischen Raum, eher Milliardäre als Millionäre. Die meisten Kunden sind eigentlich ganz normale Leute, nur dass sie sehr viel Geld haben. Wir hatten eine grosse Präsenz in Magazinen für Luxusartikel und werden zu vielen Ausstellungen eingeladen. Wir waren auch am Filmfestival in Cannes. Es ist wie eine Lawine. Auch die Lawine fängt klein an. Im nächsten Jahr werden wir in Monte Carlo ein neues Modell eines legendären Sportwagens zeigen.

Leider ist der Beruf des Karosseriespenglers am Aussterben. Heute sind die Autos aus Kunststoff, ausbeulen geht nicht mehr. Man muss einfach den kaputten Kotflügel demontieren und einen neuen anschrauben. Das Reparieren lohnt sich nicht mehr. In der Werkstatt steht im Moment noch ein Bugatti EB 112. Davon wurden nur zwei Prototypen gebaut. Ein Sammlerstück, das vielleicht 1,7 bis 2 Millionen Franken kostet. Doch die Fenster schlossen nicht richtig, das haben wir nun mit viel Aufwand behoben und zudem das ganze Fahrzeug revidiert.»

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