Neues Bett für die Worble soll Dorf vor Hochwasser schützen

Die Renaturierung der Worble soll Worb künftig vor Hochwassern schützen. Am 7. März stimmt die Bevölkerung über das 16,8 Millionen Franken teure Projekt ab.

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Die Worble kann unberechenbar sein. Das haben die Worberinnen und Worber in den vergangenen Jahren immer wieder erleben müssen. Zuletzt im Juli 2007, als der Bach nach einem Unwetter über die Ufer trat und Teile des Dorfes überflutete. Strassen waren unbefahrbar, Autos versanken im Wasser, Dutzende Keller mussten ausgepumpt werden. Es sei ein Riesenglück, dass niemand ums Leben kam, hiess es damals.

Damit solche Szenen in Zukunft nicht mehr vorkommen, plant die Gemeinde Hochwasserschutzmassnahmen in der Höhe von 16,8 Millionen Franken. Konkret sieht der «Wasserbauplan Worble» zwei neue Rückhaltebecken in Richigen, den Ausbau der Gerinne sowie einzelne Überflutungsflächen vor. Das Kernstück des Projekts ist aber die Offenlegung und Umleitung der Worble, die derzeit eingedolt unter dem südlichen Dorfteil hindurchfliesst. Nachdem das Parlament den Projektkredit im vergangenen November deutlich angenommen hat, stimmt am 7. März nun die Worber Bevölkerung darüber ab.

Dieses Hochwasserschutzprojekt sei dringend nötig, um solche «katastrophalen Überschwemmungen» künftig zu verhindern, sagt Ernst Hauser (bdp), Gemeinderat und Vorsteher des Baudepartements. Dieses Projekt sei auch für die Entwicklung des Dorfes wichtig, liegen die heute gefährdeten Gebiete doch mitten im Siedlungsgebiet. Dies sei auf der Naturgefahrenkarte von Worb ersichtlich. «Ohne Hochwasserschutz kann in diesen Gebieten nicht mehr gebaut werden.» Das Projekt habe in der Tat seinen Preis. Aber: «Das Kosten-Nutzen-Verhältnis ist bei diesem Projekt sehr gut», sagt Hauser. Das Verhältnis vom Schadenpotenzial zur Investition betrage 3,8 zu 1. Das bedeute, dass mit den investierten 16,8 Millionen Franken ein Schadenereignis von über 60 Millionen Franken verhindert werden könne. Zudem werden Bund und Kanton 60 bis 80 Prozent der Kosten übernehmen, sodass der Anteil für die Gemeinde im Rahmen bleibt. Der Gemeinderat sieht noch einen weiteren Grund: «Mit der Renaturierung der Worble wird das gesamte Gebiet ökologisch aufgewertet.» Hauser ist guten Mutes, dass das Volk am 7. März dem Wasserbauplan Worble zustimmt. «Viele Worberinnen und Worber haben die Notwendigkeit des Projekts erkannt.»

Nur die SVP war dagegen

Im vergangenen November hat das Parlament das 16,8-Millionen-Projekt mit 30 zu 7 Stimmen angenommen. Einzig die SVP lehnte den Kredit mehrheitlich ab. Dies mit dem Argument, dass es sich bei der Freilegung der Worble um ein «Luxusprojekt» handle. An dieser Haltung hat sich nichts geändert: Zwar habe ein «effizienter und rasch umgesetzter Hochwasserschutz erste Priorität», schreibt die Partei. Dennoch empfiehlt sie, den Kredit abzulehnen: Die vom Gemeinderat ausgearbeitete Variante sei zu teuer und «verschandle» zudem die Landschaft.

Ganz anders sieht dies die SP: Sie spricht von einem «nachhaltigen Generationenprojekt», welches Hochwasserschutz, Naherholungsgebiet und lebendige Natur verbinde. Dank der Kantons- und Bundesbeiträge seien die Kosten für die Gemeinde «erfreulich tief». Auch die FDP setzt sich für ein Ja ein. Der Wasserbauplan Worble entspreche den kantonalen Vorgaben. Und: Da ein enger Zusammenhang zwischen dem Hochwasserschutz und der Verkehrssanierung bestehe, sei es wichtig, dem Wasserbauplan zuzustimmen.

Wird der Kredit angenommen, kann voraussichtlich im Frühling 2011 mit den Bauarbeiten begonnen werden. (Der Bund)

Erstellt: 22.02.2010, 15:55 Uhr

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