Tansanias «König der Löwen»«Bob Junior» stirbt bei Revierkämpfen
Für die Besucher des Serengeti-Nationalparks war er eine Sehenswürdigkeit – fotogen und cool. Für jüngere Löwen hingegen war er ein Rivale.

Ein für seine bernsteinfarbenen Augen und seine üppige goldene Mähne berühmter Löwe ist bei einem Revierkampf im Serengeti-Nationalpark in Tansania ums Leben gekommen. Der zwölfjährige Bob Junior sei in der vergangenen Woche von seinen jüngeren Rivalen zerfleischt worden, sagte Catherine Mbene von der tansanischen Nationalparkbehörde am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. «Es ist bei Tieren üblich, in einem bestimmten Alter um Reviere zu kämpfen, besonders bei Löwen», sagte sie.
Bob Junior wurde oft als König der Serengeti bezeichnet und war für Touristen und Tour-Anbieter wegen seiner dicken Mähne leicht zu erkennen. Die Haarpracht hatte er von seinem Vater Bob geerbt, dessen Spitzname von den Dreadlocks des jamaikanischen Reggae-Stars Bob Marley inspiriert war.
Der Behörde gelte das Ableben von Bob Junior als natürlicher Tod, sagte Mbene. Die Nationalparkbehörde greife nicht in die Natur ein, «deshalb konnten wir den alternden Löwen nicht in ein Reservat oder anderes geschütztes Gebiet verlagern». Afrikanische Löwen werden nach Angaben der Tierschutzorganisation Cats for Africa in freier Wildbahn bis zu 18 Jahre alt.
Im Serengeti-Nationalpark in Nordtansania gibt es offiziellen Schätzungen zufolge zwischen 3000 und 3500 Löwen. Die Grosskatzen-Population steht unter Druck, da die Menschen in ihre angestammten Jagd- und Wandergebiete vordringen. Im Jahr 2020 siedelte Tansania nach Angriffen auf Menschen und Vieh 36 Löwen aus dem Serengeti-Park um.
AFP
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