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Heftiger KonkurrenzkampfBKW-Tochterfirma soll Daten geklaut haben

Der französische Konzern Bouygues verklagt eine Solothurner Tochterfirma der BKW. Die Vorwürfe sind happig.

Die BKW expandiert – in Solothurn ist dies womöglich nicht nur mit sauberen Mitteln geschehen.
Die BKW expandiert – in Solothurn ist dies womöglich nicht nur mit sauberen Mitteln geschehen.
Foto: Stefan Anderegg

Die BKW expandiert rasant ins Dienstleistungsgeschäft. Dies geschieht vielfach mittels Firmenübernahmen, im Kanton Solothurn aber auch durch den Aufbau der eigenen Gebäudetechnikfirma AEK Build Tec. Diese wurde letztes Jahr mit der Ankündigung gegründet, dass 200 Stellen geschaffen werden sollen.

Die neue Firma mit Sitz im solothurnischen Rickenbach konnte ein Dutzend Kaderleute von einer grossen Konkurrentin abwerben: von Bouygues, dem französischen Baukonzern. Dieser hatte im nahen Olten die Gebäudetechniksparte des schlingernden Stromkonzerns Alpiq übernommen.

Im April hat Bouygues gegen die BKW-Tochter Klage eingereicht. Gemäss «Solothurner Zeitung» sollen Mitarbeiter, die von Bouygues zur AEK Build Tec gewechselt haben, bei ihrem alten Arbeitgeber Kundendaten «abgezügelt» haben. Der Prozess hat noch nicht begonnen. Doch das Solothurner Obergericht hat in einer superprovisorischen Verfügung festgehalten, es sei «unbestritten», dass drei frühere Bouygues-Mitarbeiter über 1000 Passwörter von Kundenkonten zur neuen Arbeitgeberin mitgehen liessen.

Falsche Telefonnummer

Gemäss der Zeitung halten es die Richter zudem für «glaubhaft», dass Angestellte der BKW-Tochter Werbematerial mit einer falschen Servicetelefonnummer von Bouygues in Umlauf gebracht haben. Dies um die Anrufe der Kunden der Konkurrenz ins eigene Haus zu lenken. Die Verfügung des Gerichts zwinge die AEK Build Tec nun zur Herausgabe entsprechender Daten.

BKW-Sprecher René Lenzin sagt, die BKW weise alle Vorwürfe zurück. Zum Sachverhalt will der bernische Stromkonzern nicht Stellung nehmen. Auch die Schweizer Sprecherin von Bouygues will die Klage mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht kommentieren.