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TV-Kritik «Tatort»Bitte trotzdem durchhalten

Kommissar Ballauf (Klaus Behrendt) wird von seinem Trauma überwältigt. Kollege Schenk (Dietmar Bär) will helfen.

Erwartbarkeiten

6 Kommentare
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    Annina

    Ich finde es wichtig und toll, dass Tabu-Themen wie etwa die Psychiatrie in Sendungen/Serien wie im "Tatort", welche eine breite Masse erreichen, angesprochen werden. Als angehende Ärztin, nach 3 Monaten Praktikum in der Akutpsychiatrie, finde ich es jedoch schade, dass eine solche Gelegenheit nicht genutzt wird, sondern nur noch mehr zum Stigma der Psychiatrie beiträgt. In der Tat ist es so, dass gewisse psychische Erkrankungen, insbesondere diejenigen Erkrankungen, die mit einer Psychose einhergehen (dazu gehört u.a. die Schizophrenie) meist mit einer fehlenden Krankheitseinsicht des/r Betroffenen einhergehen. Der gestrige Tatort vermittelt jedoch das Bild, dass die Definition von Krankheit in der Psychiatrie abhängig von der jeweiligen Person ist, welche die Diagnose stellt. Dies ist eine völlig falsch vermittelte Vorstellung: Die fehlende Krankheitseinsicht betrifft die erkrankte Person, jedoch nicht deren Umfeld, weshalb der/die PatientIn nicht einfach Opfer einer vermeintlichen Falschdiagnose ist: Eine Diagnose entsteht durch die Beobachtung mehrerer Fachpersonen und stützt sich nach Möglichkeit immer auch auf die Fremdanamnese, das heisst auf die Meinung und Einschätzung des Bekanntenkreises des betroffenen Menschen. Meiner Meinung nach verstärkt die Darstellung im "Tatort" die Vorstellung, dass psychiatrische Erkrankungen eher in den Köpfen der PsychiaterInnen und PsychologInnen bestünden und dass "vermeintlich" Kranke doch eigentlich gesund seien. Damit wird der künstliche Graben "Normalwelt"- Psychiatrie nur noch grösser und die Wertschätzung psychiatrischer Fachpersonen nur geringer. Dies ist meiner Meinung nach die falsche Herangehensweise, um ein Tabu-Thema zu enttabuisieren.