«Bin zufrieden, wenn ich einen kleinen Beitrag leisten konnte»

Offiziell wurde Torschütze Gelson Ferndandes zum «Man of the Match». Überragend spielte aber vor allem ein anderer: Diego Benaglio.

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10. Minute: Diego Benaglio fliegt David Villa in die Beine, krallt sich den Ball vom Fuss des zukünftigen Barcelona-Stürmers. 23. Minute: Gérard Pique steht nach einem Zuckerpass von Andres Iniesta plötzlich alleine vor Diego Benaglio. Der Schweizer rettet mirakulös. 51. Minute: Ein hoher Ball fliegt durch den Schweizer Strafraum und Benaglio wischt am weiten Pfosten quasi vor der Stirn von Sergio Ramos in Corner. 61. Minute: Villa stürmt auf Benaglio zu, wieder ist der Schweizer schneller und krallt sich Jabulani. 70. Minute: Benaglio kann nur noch zuschauen, wie der Schuss von Xabi Alonso an die Latte knallt. Das Gehäuse scheint Minuten danach noch immer zu wackeln. 72. Minute: Benaglio klärt gegen Jesus Navas.

Keine Frage: Diego Benaglio spielte eine ausgezeichnete Partie. Entsprechend gefragt war der Schweizer Keeper danach in der sogenannten Mixed Zone, wo sich die Spieler auf dem Weg von der Dusche in den Bus den Fragen der Journalisten stellen können oder müssen. «Es war eine sehr gute Partie von allen», meinte der Wolfsburger. «Man hat von der ersten Minute an gesehen, dass wir es den Spaniern so schwer wie möglich machen wollten.»

«Müssen nüchtern bleiben»

Zweifel waren in den letzten Wochen und spätestens seit dem 0:1 gegen Costa Rica aufgekommen. «Wir haben immer an uns geglaubt», sagte nun nach vollbrachter Heldentat Benaglio, der von seinem Trainer mit den Etiketten «Weltklasse» und «fokussiert auf den Punkt» geadelt worden war. «Den Sieg haben alle verdient. Und wenn ich einen kleinen Beitrag dazu leisten konnte, dann bin ich sicher zufrieden», entgegnete der 27-Jährige und 28-fache Internationale schon fast pervers bescheiden.

Dass sich die Spanier mit ihrem enormen Offensivpotenzial Torchancen erarbeiten würden, war laut Benaglio nicht zu vermeiden. «Wir wussten, dass es schwierig wird. Aber alle haben bis zur letzten Minuten gefightet», so Benaglio. «Es ist ein sehr schönes Gefühl. Das hat uns die breite Öffentlichkeit nicht zugetraut, dass wir einen der Favoriten auf den Titel schlagen können», meinte der gebürtige Zürcher, der früh nach Stuttgart ausgezogen war.

Doch selbst nach dem historischen Sieg, der mit dem 4:2-Erfolg an der WM 1938 gegen Grossdeutschland oder dem 2:1-Sieg an der Heim-WM 1954 gegen Italien gleichzusetzen ist, blieben die Schweizer bescheiden und blickten bereits voraus auf die nächsten beiden Gruppenspiele. «Wir müssen nüchtern bleiben», meinte denn Benaglio. «Die drei Punkte helfen uns nur etwas, wenn wir auch nachlegen. Und wir werden alles daran setzen, um weiterzukommen.»

DerBund.ch/Newsnet

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