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Stadt muss weiter sparenBerner Stadtpräsident stellt Bau der Velobrücke infrage

Weil die Corona-Krise die finanzielle Schieflage der Stadt weiter verschärfen wird, könnten einige Projekte nicht realisiert werden, sagt Alec von Graffenried (GFL).

Der Bau der Brücke sei eine Investition, wo die Stadt Spielraum besitze, erklärt Stadtpräsident Alec von Graffenried.
Der Bau der Brücke sei eine Investition, wo die Stadt Spielraum besitze, erklärt Stadtpräsident Alec von Graffenried.
Foto: Raphael Moser

In der Stadt Bern könnte die geplante Velobrücke dem Sparkurs zum Opfer fallen. Das machte Stadtpräsident Alec von Graffenried (GFL) im Interview mit der «Berner Zeitung» deutlich.

«Die Idee einer solchen Brücke bleibt auch in zehn Jahren noch gut, denn die Lücke im städtischen Verkehrsnetz ist eine Tatsache», sagte von Graffenried. «Gebaut werden kann die Brücke aber nur dann, wenn es sich die Stadt leisten kann.»

Die Velobrücke soll das Viererfeld über die Aare mit dem Wankdorf verbinden. Das Projekt sorgt seit Jahren für Gesprächsstoff. Ende März lehnte die Stadtregierung einen Vorstoss der SVP ab, die einen sofortigen Übungsabbruch forderte. Eine Vertiefungsstudie über die mögliche Linienführung soll bis Ende 2020 vorliegen.

Sicher werde das Projekt noch zu reden geben, auch im Gemeinderat, sagte von Graffenried. «Klar ist, dass die Brücke in die Kategorie der Investitionen fällt, wo die Stadt Spielraum besitzt.» Anderswo gebe es diesen nicht, beispielsweise bei der Sanierung des Freibades Weyermannshaus. Auch zusätzlicher Schulraum müsse zwingend bereitgestellt werden.

Die Stadt Bern ist im vergangenen Jahr in die roten Zahlen gerutscht. Verschärft wird die Lage durch die Corona-Krise. «Wir rechnen namentlich bei den Gewinnsteuern der Unternehmen mit brutalen Einbrüchen», sagte von Graffenried.

Allerdings machten die Unternehmenssteuern in Bern nur rund einen Fünftel der Steuereinnahmen aus. Letztlich wisse zurzeit niemand, wie schlimm die Rezession ausfallen und wie stark die Einnahmen der öffentlichen Hand zurückgehen würden.

SDA

4 Kommentare
    David Leuenberger

    Es ist leider wirklich ein sinnloses Projekt, und das aus Sicht eines Velofahrers. Die Lücke besteht definitiv, aber das müssen wir Berner akzeptieren, vor allem die, die im Viererfeld wohnen wollen. Man bedenke wie viel so ein Bau kosten würde und wie viel die Brücke genutzt werden würde... das Interesse ist so klein für so eine Geldverschwendung. Die Stadt sollte lieber mal Ressourcen klar machen um mehr Bauland in der Umgebung locker zu machen und die Vorortgemeinden einzugliedern... das S-Bahn Netz wäre so gut, jedoch kaum genutzt, immerhin Ostermundigen macht am Bahnhof ein Hochhaus, so soll es auch sein. Und Muri sollte eindeutig von der Stadt bzw. Vom Kanton bestraft werden, dass dort einzelne so einen Steuervorteil besitzen ist ein absoluter Witz und dieses Jahr nochmals... das ist alles Geld von den Bernern, welche in der Stadt und in der Umgebung ihr Geld verdienen oder gar geerbt haben und nun Steuern sparen können, indem sie einfach dort hinziehen.