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Zwangspause für Restaurant Frohsinn

Die Burgergemeinde plant Sanierung und Umbau zweier Häuser an der Münster- und der Kramgasse. Ab Mai 2020 bleibt das Lokal Frohsinn deshalb für rund anderthalb Jahre geschlossen.

Die Burgergemeinde Bern will sechs bis sieben Millionen Franken für den Umbau zweier Häuser in der Altstadt aufwenden.
Die Burgergemeinde Bern will sechs bis sieben Millionen Franken für den Umbau zweier Häuser in der Altstadt aufwenden.
Barbara Héritier

Was haben das Restaurant Frohsinn und der Waffenhändler Poyet in der Berner Altstadt gemeinsam? Die Häuser Münstergasse 54 und Kramgasse 59 sind im Erdgeschoss miteinander verbunden, und beide gehören der Burgergemeinde Bern. Die Liegenschaften wurden im 17. und im 18. Jahrhundert erbaut. Die Burgergemeinde plant eine Gesamtsanierung und einen Umbau der Liegenschaften, wie aus einem derzeit publizierten Baugesuch hervorgeht. «Die Häuser wurden zum letzten Mal in den 1970er-Jahren renoviert», sagt die Kommunikationsverantwortliche Stefanie Gerber Frösch. «Sie weisen zahlreiche Mängel auf, zudem sollen sie in Zukunft besser genutzt werden.» Die Gesamtkosten betragen rund sechs bis sieben Millionen Franken. Der Kredit muss noch bewilligt werden.

Gespräche mit dem Pächter

Heute gibt es in den Häusern Depots und Lagerräume, aber nur eine Wohnung. Konkret soll im derzeit ungenutzten Dachgeschoss auf der Seite Kramgasse eine Duplexwohnung eingebaut werden. Hinzu kommen weitere Wohnungen, wie Gerber Frösch erklärt. Und was ist mit dem Frohsinn an der Münstergasse? «Die künftige Nutzung steht noch nicht definitiv fest, ein Gastrobetrieb ist aber weiterhin vorgesehen.» Man führe Gespräche mit dem heutigen Pächter. Andere Gastrobetriebe in der unteren Altstadt, wie etwa das Einstein, sind durchgehend, das heisst, man kann sie sowohl von der Münstergasse wie auch von der Kramgasse her betreten. Das hätte den Vorteil, dass zusätzliche Kundschaft ins Lokal gelockt werden könnte.

«Die künftige Nutzung steht noch nicht definitiv fest, ein Gastrobetrieb ist aber weiterhin vorgesehen.»

Stefanie Gerber Frösch, Burgergemeinde Bern

Die Mietverträge laufen noch bis Ende April 2020. Die anschliessenden Bauarbeiten sollen bis Herbst 2021 dauern, also rund anderthalb Jahre. Für das Restaurant Frohsinn und den Waffenhändler Poyet bedeutet das, dass sie zumindest vorübergehend andere Lösungen finden müssen. Dani Schmidt, Pächter des Restaurants, sagt, er habe noch keine konkreten Pläne. Soll er an einem anderen Ort etwas aufbauen? Soll er eine Auszeit nehmen? Auf diese Fragen weiss der Gastronom noch keine Antwort, es sei noch zu früh. Auf jeden Fall will er im kommenden Frühling ein grosses Fest für seine Stammgäste veranstalten. Schmidt wirtet seit zwölf Jahren im Frohsinn, vorher war der Walliser sieben Jahre im Unteren Juker und Pastamania im Einstein-Haus tätig. «Es ist alles super hier an der Münstergasse, die Lage, die Nachbarschaft, die Zusammenarbeit mit den Bernburgern.» Zudem habe er sich in den Jahren eine grosse und treue Stammkundschaft aufbauen können. Dazu gehören auch mehrere amtierende und ehemalige Mitglieder des Bundesrats, die sich an der Münstergasse gern traditionelle Speisen wie Wiener Schnitzel, Bauernbratwurst mit Rösti oder Zürcher Geschnetzeltes schmecken lassen. Angeboten werden im Frohsinn auch mediterrane Speisen wie Gazpacho, Hummus und Pasta.

Waffengeschäft zieht aus

Für Gaston Poyet, Inhaber des gleichnamigen Waffengeschäfts, steht bereits jetzt fest: Er wird den Laden in der Altstadt nicht mehr weiterführen. Eigentlich hätte er wohl schon vor Jahrzehnten aus der Altstadt ausziehen sollen, sagt er. «Die Lage in der Altstadt hat sich für ein Waffengeschäft als immer ungünstiger erwiesen.» Das Geschäft wurde 1952 eröffnet. Poyet verweist auf die eingeschränkte Parkplatzsituation und happige Bussen, wenn jemand irrtümlich im Halteverbot parkiert. «So habe ich schon viele Kunden verloren.» Zudem gebe es immer weitere Pläne zur Verkehrsberuhigung.

Besser läuft es am zweiten Standort des Waffenhändlers. Seit einem Jahr betreibt Poyet in der Jagdschiessanlage Bergfeld in Hinterkappelen einen Laden. Hierher kommen Jägerinnen und Jäger «aus der halben Schweiz» mit ihren Flinten und Büchsen, um ihre Treffsicherheit zu verbessern. Poyet ist also nahe bei der Kundschaft. Im Liebefeld will er zudem eine Werkstatt einrichten. Ob sie mit einem Verkaufslokal verbunden wird, hängt davon ab, ob er einen geeigneten Nachfolger findet. «Eigentlich möchte ich in meinem Alter etwas kürzertreten», sagt er. Poyet wird nächstes Jahr 75 Jahre alt, ist also längst im AHV-Alter.

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