Zum Hauptinhalt springen

«Wir wollen die Uni durchrütteln»

Wegen «scheinheiliger Gleichstellung» haben Frauen an der Universität Bern einen Raum besetzt. Die Universitätsleitung lässt sie für einen Tag gewähren.

Von nun an besetztes Gebiet: Der Raum 117 im Hauptgebäude der Universität Bern.
Von nun an besetztes Gebiet: Der Raum 117 im Hauptgebäude der Universität Bern.
zvg

Eigentlich ist er ein Seminarraum, jetzt ist Raum 117 des Haupgebäudes der Universität Bern besetzt, wie ein Transparent vor seiner Tür unmissverständlich klar macht. Daneben hängt ein zweites. «Wenn die Uni den Frauen zu wenig Platz gibt, nehmen wir ihn selber», steht darauf. Zur Aktion hat sich das Kollektiv Frauen*Streik Berner Hochschulen bekennt. In einer Medienmitteilung erklären sie die Hintergründe ihres Tuns. Einen Monat vor dem Frauenstreik wollten sie ein Zeichen setzen gegen die «patriarchalen Strukturen» der Universität. «Diese unterdrücken uns täglich, schränken uns ein und geben uns keinen Platz.» Mit der Raumbesetzung sollen die «längst veralteten Strukturen und Praxen» der Universität angeprangert werden.

Als Beispiel nennt das Kollektiv, dass in höheren Stellen der Universität massiv untervertreten seien. «In einigen Studiengängen finden sich nur eine Handvoll von Professorinnen gegenüber einem Haufen Professoren.» Gar noch schlimmer sei es in der Universitätsleitung. «Nur eine von sechs Personen ist weiblich.»

Besetzung für einen Tag toleriert

Von der Universitätsleitung droht den Frauen kein Ungemach. «Der Raum dient normalerweise als Unterrichts- und Seminarraum oder zum selbständigen Lernen, ist aber momentan frei», schreibt die Medienstelle der Universität Bern auf Anfrage. Man habe mit den Besetzerinnen gesprochen und sei zum Schluss gekommen, dass man sie gewähren lassen. Es sei vereinbart worden, dass der Raum noch heute in sauberem Zustand wieder verlassen wird.

Die Uni Bern will die Forderungen prüfen: «Die Forderungen betreffen teilweise gesellschaftliche Strukturen, die in einem Hochschul-Kontext allein nicht gelöst werden können», heisst es weiter. In vielen Bereichen würden die Grundanliegen der Forderungen angegangen, was sich in verschiedenen Massnahmen, Aktionsplänen und Förderungen äussern würde.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch