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Vernarrt in den eigenen ÖV

Die Stadt hat gefragt. Das Volk hat geantwortet: Das Erfreulichste an Bern ist der öffentliche Verkehr, das grösste Problem die Wohnungsnot.

db
Bei Bernmobil dürfte die Entzückung gross sein: Die Bernerinnen und Berner sehen den ÖV in sehr positivem Licht.
Bei Bernmobil dürfte die Entzückung gross sein: Die Bernerinnen und Berner sehen den ÖV in sehr positivem Licht.
Kostas Maros

Rang 1: Öffentlicher Verkehr. Das zeigt die neuste Bevölkerungsbefragung der Stadt Bern. Auf der Liste der positivsten Aspekte der Stadt Bern liegt das Kriterium «überschaubare Grösse» neu auf Rang zwei und «schöne Stadt/Altstadt» neu auf Rang drei, wie Statistik Stadt Bern am Donnerstag mitteilte.

Bei der letzten Berner Bevölkerungsbefragung im Jahr 2015 hatten noch am meisten Befragte die «schöne Stadt/Altstadt» als das Beste an Bern bezeichnet, gefolgt von «überschaubarer Grösse». Der öffentliche Verkehr belegte damals Rang drei.

Als grösstes Problem der Stadt Bern wird neu die Wohnungsnot wahrgenommen. «Zu viel Verkehr/Autos» rangiert in der neuen Bevölkerungsbefragung auf Platz 2. «Verkehrspolitik» belegt Rang drei, «Steuerbelastung» Rang vier und «Reitschule» Rang fünf.

Vor vier Jahren galt «Verkehr» als grösstes Problem. Damals wurde noch nicht zwischen verschiedenen Aspekten des Verkehrs unterschieden.

Seit 1995 führt die Stadt Bern Bevölkerungsbefragungen durch – zu Beginn noch alljährlich, dann alle zwei Jahre und seit 2007 im Vierjahresrhythmus. Die neue Bevölkerungsbefragung basiert auf 2878 Interviews. Sie wurde im Juli dieses Jahres abgeschlossen.

Viele leben gern in Bern

In der neusten Bevölkerungsbefragung gaben 97 Prozent der Befragten an, sehr gerne oder eher gerne in der Stadt Bern zu wohnen. Das ist ein ähnlich hoher Wert wie in den Vorjahren.

In der Innenstadt wohnhafte Personen sagen ausnahmslos von sich, sehr gerne oder eher gerne in Bern zu leben. In Bümpliz-Oberbottigen ist die Liebe zu Bern etwas weniger ausgeprägt: Dort sagen «nur» zwei von drei Personen, dass sie sehr gern in Bern leben.

Weitere Resultate der neuen Bevölkerungsbefragung sind, dass sich acht von zehn Bernerinnen und Bernern sehr sicher oder eher sicher fühlen, wenn sie nachts zu Fuss allein in ihrem Quartier unterwegs sind. Und 43 Prozent der Befragten finden, der öffentliche Raum in der Stadt Bern habe sich in letzter Zeit positiv verändert.

Gemeinderat sieht sich bestätigt

Berns Gemeinderat hat die Ergebnisse der neusten Bevölkerungsbefragung erfreut zur Kenntnis genommen, wie er am Donnerstag mitteilte. Sie zeigten, dass Bern eine lebenswerte und attraktive Stadt sei. Im Bereich Verkehr sieht sich die Stadtregierung in ihrer Politik bestätigt. Die Investitionen in den öffentlichen Verkehr fänden Anklang.

Auch in seiner Wohnbaupolitik sieht sich der Gemeinderat bestätigt. Setze er sich doch für die Ausweitung des preisgünstigen und gemeinnützigen Wohnangebots und damit für tiefere Mieten ein. Die Stadtregierung will die Resultate in den nächsten Monaten noch genauer analysieren. Die Leerwohnungsziffer beträgt in Bern rund 0,5 Prozent, womit laut Gemeinderat Wohnungsnot herrscht.

Autofreie Altstadt ist vorstellbar

Wie in den Vorjahren gab es einen allgemeinen Teil mit einem Kern von Fragen, welche seit 1995 weitgehend unverändert geblieben sind. Das ermöglicht einen längerfristigen Vergleich. In einem Spezialteil wurden die Bernerinnen und Berner heuer erstmals zu Beteiligung, Quartiermitwirkung und Aneignung des öffentlichen Raums befragt.

Ebenfalls erstmals gefragt wurden die Bernerinnen und Berner auch, ob sie eine autofreie Altstadt gut fänden. Dies mit Blick auf vier Nutzungsformen als Tourismusziel, Aufenthaltsort, Wohnort und Einkaufsort.

Die Attraktivität einer autofreien Altstadt bewerteten die Befragten vor allem hinsichtlich Tourismusziel als hoch. Doch erreichten alle vier Nutzungsformen Werte zwischen «eher gut» und «sehr gut».

(SDA)

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