Zum Hauptinhalt springen

Unterstützung für Lehrlinge mit negativem Asylentscheid

Das Problem von Lernenden, welche die Ausbildung abbrechen müssen, erreicht die nationale Ebene.

Asylsuchende Lehrlinge sollen ihre Ausbildung trotz negativem Asylentscheid beende können.
Asylsuchende Lehrlinge sollen ihre Ausbildung trotz negativem Asylentscheid beende können.
Keystone

Jetzt wird sich auch das eidgenössische Parlament mit dem Problem jener Lehrlinge befassen, die einen negativen Asyl entscheid erhalten. Sie sollen ihre Ausbildung trotzdem beenden können: Dies verlangt der Berner Nationalrat Jürg Grossen (GLP) in einer Motion, die er gestern eingereicht hat.

Grossen reagiert damit auf Ereignisse, die auch im Kanton Bern für Protest gesorgt hatten. So berichtete der «Bund» im Juli von einem jungen Mann aus Eritrea, der nach einer Schnupperlehre einen Vertrag für eine Vorlehre abschliessen konnte, kurz nach Lehrbeginn aber einen negativen Asylentscheid erhielt und deshalb die Stelle wieder auf geben musste.

Flexibilität gefordert

Solche Fälle will Grossen verhindern. Heute würden Lernende nach einem negativen Asylentscheid regelmässig gezwungen, ihre Vorlehren oder Lehren abzubrechen, schreibt der Nationalrat in seinem Vorstoss. Oft handle es sich um Personen, die jahrelang in einem Asylverfahren steckten und bei denen die Rückübernahme durch den Herkunftsstaat nicht geregelt sei. Diese Personen lebten dann von der Nothilfe, obwohl sie eine Arbeit gehabt hätten. Das sei «weder aus Sicht der Lernenden noch aus Sicht der Lehrbetriebe und schon gar nicht aus Sicht des Staates» sinnvoll, so Grossen. Im Fall des eritreischen Lehrlings protestierte auch der Lehrmeister gegen diese Praxis. Damit werde die Integration gefährdet. Nachdem er sich gewehrt hatte, konnte der Lernende seine Vorlehre schliesslich beenden.

Die Vorschriften erlauben bereits heute Ausnahmen. So können die Kantone beim Staats-Sekretariat für Migration für betroffene Personen eine Aufenthaltsbewilligung beantragen, damit diese ihre Ausbildung beenden können. Der Kanton Bern habe dieses Jahr zwei Gesuche gestellt, die sich auf die entsprechende Verordnung berufen. Beide seien bewilligt worden, beantwortete der Bundesrat am Montag eine Frage von Nationalrat Grossen. Damit sie eine Bewilligung erhalten, müssen die betroffenen Personen in Ausbildung allerdings mindestens fünf Jahre ununterbrochen in der Schweiz die Schule besucht haben.

Grossen bezeichnet diese Regelung als zu streng. Gerade in Fällen, bei denen die Rückübernahme nicht geregelt sei, sei es unsinnig, dass eine Person die Lehre abbrechen müsse, weil sie nur zwei oder drei Jahre in der Schweiz zur Schule ging. Damit bestrafe man gar jene, die sich besonders gut integriert hätten. Es brauche mehr Flexibilität.

Bald im Grossen Rat

Das Thema beschäftigt auch die bernische Politik. GLP-Grossrat Michael Köpfli setzt sich für eine Härtefallregelung ein. Der Grosse Rat beauftrage die Sicherheitskommission, eine solche für Personen mit begonnener Ausbildung oder fester Anstellung zu prüfen. Im August teilte die Kommission mit, eine Mehrheit ihrer Mitglieder halte eine Regelung im kantonalen Gesetz für nicht sinnvoll, da es bereits Möglichkeiten gebe, Härtefälle zu regeln. Der Grosse Rat befasst sich im November wieder damit.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch