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Umstrittener Polizeieinsatz im Sous le Pont

Auf der Berner Schützenmatte kam es zu einem Polizeieinsatz. Augenzeugin und Stadträtin Rahel Ruch (GB) hat Anzeige erstattet.

Hier kam es am Donnerstagabend zum Polizeieinsatz: Das Restaurant Sous le Pont.
Hier kam es am Donnerstagabend zum Polizeieinsatz: Das Restaurant Sous le Pont.
Franziska Rothenbühler

Am Donnerstagabend ereignete sich im Restaurant Sous le Pont eine wilde Szene. Die Kantonspolizei Bern verfolgte einen Mann bis ins Lokal und nahm diesen dort fest. Dabei setzte sie auch Pfefferspray ein. Dieser Einsatz wird nun kritisiert.

Unter den Gästen befanden sich auch Stadträtin Rahel Ruch (GB) und Stadtratskollegin Lea Bill (GB). Plötzlich stürmten nach Angaben von Ruch drei Polizisten in Zivil ins Lokal und drückten einen Mann auf ihren Tisch. Ruch und Bill seien dadurch in Bedrängnis geraten, konnten nicht ausweichen. «Ich habe eine ganze Ladung Pfefferspray ins Gesicht, in den Mund und in die Augen bekommen», schildert Ruch und bezeichnet den Polizeieinsatz als «skandalös». In einem vollen Restaurant solch einen Einsatz durchzuführen, sei völlig unverhältnismässig. «Es hätten auch Kinder am Tisch sitzen können.»

Anzeige gegen unbekannt

Die grüne Stadträtin hat nun bei der Staatsanwaltschaft «Anzeige gegen einen unbekannten Polizisten» erstattet.

Die Kantonspolizei Bern bestätigt den Einsatz. Es habe sich dabei um einen gezielten Polizeieinsatz gegen den Betäubungsmittelhandel gehandelt, so Mediensprecher Dominik Jäggi. «Wir haben auf der Schützenmatte mehrere verdächtige Personen beobachtet», erklärt Jäggi. «Als wir diese anhalten wollten, ergriffen sie die Flucht.» Eine Person flüchtete in Richtung Engehaldenstrasse/Schützenmattstrasse und konnte angehalten werden. Die Polizei konnte kleine Mengen an Betäubungsmitteln sowie Bargeld feststellen.

Pfefferspray war «nötig»

Ein weiterer Verdächtiger rannte ins Restaurant Sous le Pont. «Als die Einsatzkräfte den Mann dort anhalten wollten, setzte sich dieser zur Wehr», sagt Jäggi. Zudem hätten sich Drittpersonen eingemischt und den Einsatz aktiv gestört. Der Einsatz von Pfefferspray sei daher nötig gewesen. Der Kantonspolizei lägen keine Informationen bezüglich verletzten Personen vor. Im Besitz der im Sous le Pont verhafteten Person seien mehrere Mobiltelefone und entsprechende Mengen an Bargeld festgestellt worden. Sie wurde in Ausschaffungshaft genommen.

Die Kritik der linken Stadträtin am Polizeieinsatz provozierte einen scharfen Kommentar von Thomas Fuchs, Präsident der SVP der Stadt Bern. Er warf den beiden Politikerinnen des Grünen Bündnis vor, «Strippenzieherinnen der Reitschule» zu sein und schrieb in seinem Beitrag auf Facebook, die beiden Stadträtinnen seien «zufällig» als Gäste vor Ort gewesen.

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