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Transitplatz hat schweren Stand

Gelingt der Jungen SVP der Coup? Laut der jüngsten Tamedia-Umfrage will die Mehrheit des Berner Stimmvolks den Transitplatz in Wileroltigen ablehnen.

Protestplakat gegen den Transitplatz in Wileroltigen. (Archiv)
Protestplakat gegen den Transitplatz in Wileroltigen. (Archiv)
Franziska Rothenbühler

Der Widerstand gegen den Transitplatz für ausländische Fahrende zeigt Wirkung. 55 Prozent der Stimmberechtigten wollen den Kredit von 3,33 Millionen Franken für die Realisierung ablehnen. Das zeigt die Tamedia-Umfrage zur kantonalen Abstimmung vom 9. Februar, über die die «Berner Zeitung» am Mittwoch berichtete. 45 Prozent der Umfrageteilnehmerinnen und -teilnehmer sind sich dabei schon sicher.

Grösster Kritikpunkt der Gegner ist gemäss Umfrage, dass die Fahrenden sich selber organisieren und den Landeigentümerinnen und Landeigentümern einen fairen Preis für den Aufenthalt anbieten sollen. 20 Prozent der Befragten finden es unfair, dass der Kanton einer kleinen Gemeinde diesen Platz aufzwingen will. Auch die Kosten stossen auf Widerstand: Über 90'000 Franken pro Stellplatz sei sehr viel Geld.

Die Vorlage kommt im Kanton Bern am 9. Februar vors Volk. Für 3,3 Millionen Franken soll südlich des Autobahnrastplatzes Wileroltigen ein Transitplatz für Fahrende aus dem Ausland zur Verfügung gestellt werden. Die Junge SVP hatte das Referendum gegen den Kredit ergriffen. Im Pro-Komitee engagieren sich Politikerinnen und Politiker aller grossen Parteien – mit Ausnahme der SVP.

Verantwortung übernehmen

Doch obwohl alle grossen Parteien ausser der SVP die Vorlage befürworten, scheinen sie nun in der Minderheit: Nur 24 Prozent der Befragten wollen ein Ja in die Urne werfen, nur 12 Prozent tendieren zu einem «eher Ja». Dagegen haben sich 9 Prozent noch keine klare Meinung gebildet.

Die meisten der befragten Befürworter hat das Argument überzeugt, dass der Kanton mit dem Bau des Transitplatzes seine Verantwortung gegenüber den Fahrenden wahrnehme. Etwas weniger wollen dem Kredit zustimmen, weil mit einem offiziellen Transitplatz verhindert werden könne, dass die ausländischen Fahrenden an selber ausgewählten Orten hielten. Solche Landnahmen sind für die betroffenen Gemeinden und die Kantonspolizei mit grossem Aufwand verbunden. Auch der geregelte Betrieb findet Zustimmung.

Auffällig: Mehr Männer als Frauen wählen entschlossen die Nein-Parole.

Zur Abstimmung zum Transitplatz wurden 1919 Personen im Kanton Bern befragt. Tamedia hat die Befragung zusammen mit der Leewas GmbH vom 9. bis zum 11. Januar durchgeführt. Die Umfragedaten werden nach demografischen, geografischen und politischen Variablen modelliert. Die statistische Unschärfe liegt bei rund 3 Prozent.

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