Stöckli und Rytz: «Wir haben einen klaren Wählerauftrag»

Hans Stöckli (SP) und Regula Rytz (Grüne) treten beide zur zweiten Runde der Berner Ständeratswahl an. Das Doppelticket war eine Initiative der Grünen.

Treten beide zur Ausmarchung an: Regula Rytz (Grüne) und Hans Stöckli (SP).

Treten beide zur Ausmarchung an: Regula Rytz (Grüne) und Hans Stöckli (SP).

(Bild: Raphael Moser)

Am 17. November kommt es zum historischen Grossangriff von Rot-Grün auf die zwei Berner Ständeratssitze: Nachdem Hans Stöckli (SP/bisher) und Regula Rytz (Grüne) am Sonntag auf Platz eins und zwei gelandet sind, werden sie von ihren Parteien in den zweiten Wahlgang geschickt.

Rot-Grün zielt damit auf ein Novum: die ungeteilte rot-grüne Standesstimme im traditionell bürgerlich geprägten Kanton hat es noch nie gegeben.

Zweier-Ticket ein Grünen-Wunsch?

Es sei der Wunsch der Grünen gewesen, ebenfalls im zweiten Wahlgang präsent zu sein, sagte Hans Stöckli am Rande der Pressekonferenz am Dienstagmittag im Fraktionszimmer der SP im Bundeshaus.

Natürlich wäre er lieber in einer stillen Wahl als Ständerat bestätigt worden, sagte Stöckli gegenüber dem «Bund» verschmitzt. Dass er mit einer Doppelkandidatur persönlich ein grösseres Risiko eingeht, ist ihm bewusst. Eine Abwahl wäre auch deshalb schmerzhaft, weil Stöckli im nächsten Jahr nicht wie vorgesehen Ständeratspräsident würde.

Bereits am Sonntag klar

Natalie Imboden, Co-Präsidentin der Grünen bestätigt, dass der Wunsch von der Seite ihrer Partei gekommen sei. Das sei bereits bei der Wahlfeier am Sonntagabend klar geworden.

Dass das linksgrüne Lager die Kräfte bündle, habe ja Tradition, sagte Mirjam Veglio, Co-Präsidentin der bernischen SP. Die zwei ersten Plätze im ersten Umgang nehme man als klaren Wählerauftrag.

Ob SP und Grüne tatsächlich die Chance haben, beide Sitze zu erobern, mochte Stöckli nicht prognostizieren. Imboden hingegen glaubt daran, dass Rotgrün beide Sitze erobern kann.

Rytz soll für den Wandel stehen

Das Motto des rotgrünen Lagers für den zweiten Wahlgang lautet «Kontinuität und Wandel». Die links-grüne Zusammenarbeit sei bisher von Erfolg gekrönt gewesen, sagt Regula Rytz (Grüne). Man wolle diese deshalb fortsetzen.

Am Sonntag sei «etwas Unglaubliches» passiert, bilanziert Rytz. Es habe eine Verschiebung gegeben, die es in dieser Dimension noch nie gegeben haben. Zudem seien viele Frauen gewählt worden. Die Veränderung habe sie so nicht vorausgesehen. Entsprechend gebe es nun die Diskussion um die richtige Zusammensetzung des Bundesrats.

Unklar ist, ob Rytz für den zweiten Wahlgang auch auf die Unterstützung der Grünliberalen zählen kann. Diese Gespräche würden erst noch geführt, Imboden.

Einsatz für den Jura

Sein Spitzenresultat im ersten Wahlkampf «verpflichte» ihn zu einem zweiten Wahlgang, sagte Hans Stöckli. Und auf Französisch sagte er, er wolle sich auch für den Berner Jura einsetzen. Der einzige Bernjurassische Nationalrat – Manfred Bühler (SVP) – wurde am Sonntag abgewählt. «Mit meinen Kenntnissen und meinen Verbindungen werde ich versuchen, den französischsprachigen Teil des Berner Juras zu vertreten.» Das sei ein kleines Korrektiv immerhin im Ständerat.

Auch die Bürgerlichen setzen auf Angriff

Werner Salzmann von der SVP und Christa Markwalder von der FDP treten ebenfalls zum zweiten Wahlgang an. Salzmann war im ersten Wahlgang hinter dem rot-grünen Duo der bestplatzierte bürgerliche Kandidat. Die Burgdorfer Nationalrätin Markwalder war am Sonntag hinter Salzmann und Simon mit grossem Abstand auf dem fünften Platz gelandet.

Bei den Bürgerlichen zieht sich BDP-Kandidatin Beatrice Simon nach ihrem schlechten Abschneiden im ersten Wahlgang aus dem Rennen zurück.

Der zweite Wahlgang findet am 17. November statt.

awb/zec/sda

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