Schafft Informatik-Unterricht «mündige Bürger»?

Unnötig bis gefährlich oder heutzutage schlicht unverzichtbar? Der Informatikunterricht in der Schule ist Thema im Stadtgespräch.

Fast jeder Schüler benutzt Apps wie Instagram oder Snapchat. Nur die Wenigsten wissen aber wie solche Apps funktionieren.

Fast jeder Schüler benutzt Apps wie Instagram oder Snapchat. Nur die Wenigsten wissen aber wie solche Apps funktionieren. Bild: Franziska Rothenbühler

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Sollen Schüler programmieren lernen? Müssen sie wissen, wie Apps wie Instagram, Snapchat oder Spiele wie Minecraft und Co. funktionieren? Und sollen sie in der Schule lernen, wie man einen Computer bedient? Die Diskussion um den Informatik-Unterricht in der Schule beschäftigt auch «Bund»-Leserinnen und -Leser in der «Stadtgespräch»-Diskussion.

Nötig für «mündige Bürger»

Ein überzeugter Befürworter des Informatikunterrichts in der Schule ist Leser Patrick Baumann: Elektronische Geräte und das Internet seien heutzutage auch Kindern fast immer und überall zugänglich. Die Meinung, etwa von Leser Roland Wirthner, dass längst nicht alle Inhalte im Internet über jegliche Zweifel erhaben sind, teilt Baumann. Im Gegensatz zu Wirthner ist er aber nicht der Meinung, das Internet sei nichts für Kinder. Das Internet ist nicht zu kontrollieren, so schreibt Baumann. Deshalb müssten Kinder lernen, wie sie sich darin zurechtfinden können.

Um «mündige Bürger» zu werden, müssten sie zudem wissen, «was der Unterschied zwischen einer Festplatte und einer Cloud ist» und weshalb Google speichert und analysiert, was wir in die Suchmaske eintippen. Zudem brauche es heute in den meisten Berufen Anwenderkenntnisse, wie Leser Roland Näf schreibt. «Es ist unsere Aufgabe, Kinder und Jugendliche bestmöglich auf diese Welt vorzubereiten», schreibt Näf. Eine andere Perspektive hat Leserin Dagmar Grob. Sie ist nach eigenen Angaben seit 28 Jahren in der Informatikbranche tätig, unter anderem als Software-Entwicklerin und Projektleiterin. «Programmieren ist simpel und die allerkleinste Herausforderung in der IT», schreibt sie. Viel wichtiger sei es, dass die Berufseinsteiger «ordentlich Schreiben und Kommunizieren können» und Abstraktionsvermögen mitbrächten. Mathematik- und Sprachunterricht zugunsten von Programmieren zu kürzen, sei darum «sinnlos» und schade mehr, als es nütze.

Und was meinen Sie? Diskutieren Sie mit im Stadtgespräch: stadtgespraech.derbund.ch (Der Bund)

Erstellt: 28.11.2017, 06:50 Uhr

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