Berner wünschen mehr Aussenplätze

Die richtige Zahl der Beizen in der Altstadt ist unter «Bund»-Lesern umstritten – das zeigt sich im «Stadtgespräch».

«Möchte man in Bern mit Freunden an einen Tisch sitzen, kann es eine lange Suche nach einem freien Platz werden», schreibt Mario Hoffstetter.

«Möchte man in Bern mit Freunden an einen Tisch sitzen, kann es eine lange Suche nach einem freien Platz werden», schreibt Mario Hoffstetter. Bild: Adrian Moser

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Wie mediterran darf Bern sein? Diese Frage stellte der «Bund» im Stadtgespräch zur Diskussion und stiess damit ein kontroverses Thema an. Mit «mediterran» ist die Aussenbestuhlung von Restaurants in den Strassen der Altstadt gemeint. Sollen die Restaurants im Sommer so viele Tische unter die Lauben stellen dürfen, wie sie gerne würden? Oder nehmen sie schon heute zu viel Platz ein?

Viele Stimmen wünschen sich mehr Tische draussen. «Möchte man in Bern mit Freunden an einen Tisch sitzen, kann es eine lange Suche nach einem freien Platz werden», schreibt Mario Hoffstetter, der im Breitenrain wohnt. Er würde sich mehr Beizen-Sitzplätze auf der Strasse wünschen. Im Sommer seien die Menschen ohnehin länger draussen.

Die Frage sei bloss, ob sie in der Beiz einen Stuhl erhielten oder nicht. Und wer in die Altstadt ziehe, habe keinen Anspruch auf Stille. Denn dort liege alles nah beieinander, was viele Menschen anziehe. Ein anderer Leser ergänzt, dass Gäste, die in Restaurants essen, nicht sehr laut seien und die Stimmung «im besten Sinne lebendig» sei.

Andere Leser haben aber durchaus Verständnis, dass sich die Altstadtbewohner über die Mediterranisierung ihres Quartiers nicht nur freuen. «Wenn ich eine Wohnung in der Postgasse hätte und ein durchschnittlicher Arbeitnehmer wäre, wäre es mir schon recht, wenn die Restaurants auch wirklich dann schliessen, wenn sie müssen», schreibt etwa Urs Müller. Am nächsten Tag müssten die Altstadtbewohner schliesslich wieder zur Arbeit gehen.

Eine Altstadtbewohnerin, die sich an der Diskussion beteiligt hat, stört sich weniger am Lärm der Restaurantgäste als an der Kommerzialisierung des Raumes. Vor allem die Kram- und die Gerechtigkeitsgasse seien so vollgestopft mit Auslagen von Läden, Schwärmen von verirrten Touristen und öffentlichem Verkehr, dass kein Durchkommen in raschem Tempo möglich sei, schreibt Jasmin Burgermeister.

Sie befürchtet, dass mehr Aussenbestuhlung von Beizen mehr Touristen und Partygänger bringt und dass die Wohnungen via Airbnb nur noch an Touristen vermietet werden. «Zu viel Aussenbestuhlung verdirbt den Charme der Altstadt, weil man sonst ein zweites Interlaken hat», schreibt sie. Die Altstadt werde zum Disneyland.

Burgermeister ist mit ihrer Haltung nicht allein. Auch andere «Bund»-Leserinnen finden, es sei bereits relativ eng in den Lauben und es habe genug Freiluftbeizen. «Ich möchte auch durch die Stadt gehen können, ohne ständig über Tische und Stühle und Gäste zu stolpern», schreibt Christina von Waldkirch. Sie wohnt in einem der ruhigeren Aussenquartiere.

Finden Sie mehr Aussensitzplätze vor den Restaurants in Bern wünschenswert, oder gibt es Ihrer Meinung nach genug oder gar zu viele Tische und Stühle? Diskutieren Sie mit im «Stadtgespräch». (Der Bund)

Erstellt: 07.08.2018, 06:41 Uhr

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