Zwölf Wohnungen und ein Ladenlokal auf dem Serini-Areal

Auf dem Serini-Areal soll ab Anfang 2014 gebaut werden. Bis die Bagger auffahren, wollen die Betreiber der Serini-Bar vereinzelte Veranstaltungen durchführen.

Wo einst die Garage Serini ihren Standort hatte, soll schon bald gebaut werden.

Wo einst die Garage Serini ihren Standort hatte, soll schon bald gebaut werden.

(Bild: zvg/Projektbild)

Hanna Jordi

Im Frühling hat der Garagist Carlo Serini die Lorraine nach 30 Jahren verlassen – und liess seine Garage zurück. Junge Gastronomen zogen ein und betreiben seither in der Werkstatt und im Innenhof die Serini-Bar.

Nun ist klar, wie und wann das Areal überbaut werden soll. Der Eigentümer Stefan Berger hat das Baugesuch für einen Neubau eingereicht. An der Ecke Lorrainestrasse-Platanenweg soll ein dreistöckiges Gebäude entstehen. Neun Vierzimmerwohnungen, 105 bis 110 Quadratmeter gross, sowie drei Dreizimmerwohnungen sind geplant. Zu welchem Preis die Mietwohnungen genau vermietet würden, kann Berger noch nicht sagen. Der Preis der Vierzimmerwohnungen werde aber «über 2000 Franken» liegen. «Es sind sicher keine Luxuswohnungen», sagt Berger. Die Wohnungen seien insbesondere für Familien und Wohngemeinschaften interessant. Gegen die Lorrainestrasse hin soll im Kopfteil des Gebäudes ein Ladenlokal entstehen. Er habe unverbindliche Anfragen von Interessenten erhalten, sagt der Besitzer – jemand würde im Ladenlokal gerne einen Weinladen betreiben, jemand anderes habe die Idee, eine Bar inklusive einer kleinen Brauerei einzurichten. «Aber konkret ist noch nichts», sagt Berger.

Auf jeden Fall solle es eine Nutzung sein, «die dem Quartier etwas bringt». Unter dem Innenhof plant er eine Garage, die die Autos von der Lorrainestrasse her über einen Lift erreichen. Darüber wird eine Begegnungszone mit Spielplatz geschaffen.

Abbrucharbeiten Anfang 2014

Auch die fünf bestehenden Wohnungen im benachbarten Gebäude an der Lorrainestrasse 27, in dem der Lola-Laden untergebracht wird, will Berger bald renovieren und ausbauen. Das Baugesuch dafür ist eingereicht. Der Quartierladen wird im Gebäude bleiben – und auch während der Umbauarbeiten geöffnet sein.

Berger möchte mit dem Bau des zehn Millionen Franken teuren Gebäudes auf dem Serini-Areal rasch beginnen. «Ich hoffe, dass wir Anfang des kommenden Jahres mit den Abbrucharbeiten beginnen können», sagt er. Innert eineinhalb Jahren solle der Neubau danach im Idealfall fertig gestellt sein. Die Zwischennutzer könnten von ihm aus das Areal weiter bewirten, bis die Abbrucharbeiten beginnen, sagt Berger.

Über eine Verlängerung der Bewilligung für eine Zwischennutzung müssten sie allerdings mit der Stadt verhandeln. Die Bewilligung für die Nutzung der Serini-Garage als Bar läuft noch bis am 11. Oktober. Die Betreiber der Bar wollen die Räume weiterhin mieten, bis im neuen Jahr die Bagger auffahren. Ein regelmässiger Barbetrieb wie bisher kommt für sie jedoch nicht infrage. «Wir werden kein neues Betreibungsgesuch einreichen» sagt Simon Rudaz vom Gastroteam Kain & Gabel auf Anfrage. «Es ist ein klassischer Sommerbetrieb. Die Gäste nutzen am liebsten den Innenhof – je kälter es wird, umso kleiner wird die Nachfrage.»

Ausserdem fehlt der Serini Bar die Bewilligung, eine Küche zu betreiben. «Ohne diese Zusage macht der Weiterbetrieb keinen Sinn», so Rudaz. Die Gruppe um das Gastroteam Kain&Gabel wird daher lediglich punktuell Bewilligungen einholen und einzelne Veranstaltungen abhalten.

Um den Grundstein für künftige Zwischennutzungsprojekte zu legen, soll im Oktober ein «klärendes Gespräch» zwischen Serini-Betreibern, der Bar und Club Kommission und Vertretern der Gewerbepolizei stattfinden. «Die Nachfrage nach solchen Zwischennutzungsangeboten wird nicht plötzlich verschwinden», sagt Rudaz. «Aus unserem Projekt lassen sich bestimmt Lehren für die Zukunft ziehen.»

Interesse an alter Migros-Filiale

Ursprünglich wollte Berger auf dem Areal der Serini-Garage und der dahinterliegenden Liegenschaft am Platanenweg 4, die seit einem Brand 2004 leer steht, ein vierstöckiges Gebäude bauen. Dieses sollte auch eine neue Migros-Filiale beherbergen. Doch nach «unendlichem erfolglosem Planen mit der Stadt» verwarf er die Idee schliesslich im letzten Jahr – auch, weil die Migros im Mediengebäude am Dammweg, wo sie am 19. September ihre neue Filiale eröffnen wird, einen neuen Standort fand.

Wer in die frei werdenden Migros-Räumlichkeiten an der Lorrainestrasse 23 – gleich neben dem Serini-Areal – einzieht, ist noch nicht klar. Die Betreiber der Café-Bar Wartsaal und des Quartierladens Lola bestätigen aber auf Anfrage eine Meldung der «Berner Zeitung», wonach sie an einer gemeinsamen Nutzung der Räume interessiert sind.

Der Bund

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